Demütigung geht anders

von Redaktion

Zu „Grünes (Nicht-)Arbeitsparadies“ (Kommentar im Politikteil):

Georg Anastasiadis hat den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen. Aus der Euphorie der jüngsten Wahlerfolge heraus versucht der Co-Bundesvorsitzende von Bündnis-90-Die Grünen, Robert Habeck, jetzt offensichtlich mit eigenen Vorschlägen zum Ausstieg aus der Arbeitsmarktreform (Hartz IV), der Linkspartei noch mehr Wähler abspenstig zu machen und dem neuesten Versuch der SPD-Führung, endlich wieder ihr eigenes Profil zu formulieren, eiligst zuvorzukommen. Die Chancen, sich langfristig als zweitstärkste politische Kraft in Deutschland zu etablieren, sind auf alle Fälle vorhanden. Auch wenn die Bezeichnung und Begrifflichkeit „Volkspartei“ nicht ganz so deutlich ausgesprochen wird, das angestrebte Ziel, Regierungsfähigkeit zu erlangen, ist klar zu erkennen. Herr Habeck und die anderen grünen Strategen sind allerdings schlecht beraten, wenn sie sich neben ihren wichtigen und erfolgreich umgesetzten Kernthemen mit Lösungsvorschlägen bei Themen zu Wort melden, die sie derzeit (noch) zu überfordern scheinen! Die Würde arbeitslos gewordener Menschen wird nicht, wie Herr Habeck behauptet, beeinträchtigt oder gar beschädigt, wenn sie Termine bei den Jobcentern einhalten sollen oder sich auf die Jobsuche begeben. Würdelos sind vielmehr Umstände, die es erschweren, eine sinnvolle Struktur für den Tag zu entwickeln, und die Finanzierung des Nichtstuns anderen zu überlassen. Auch durch meine Erfahrungen aus der täglichen Integrationsarbeit weiß ich, wie wichtig Erwerbstätigkeit für die Selbstachtung und letztendlich auch für das Gemeinwohl sind! Unter „Demütigung“ verstehe etwas völlig anderes .

Oskar Wrage

Prutting

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