Überbordende Bürokratie

von Redaktion

Zum Bericht „Geld für Karriereschub“ (Wirtschaftsteil):

Seit Juli versuchen ich und mein Sohn (23) Bafög bzw. einen Zuschuss für die Weiterbildung zum staatlich Anerkannten Erzieher zu bekommen. Mein Sohn hat die zweijährige Ausbildung zum Kinderpfleger abgeschlossen, vier Jahre in diesem Beruf gearbeitet und macht seit September an der Fachschule für Sozialpädagogik in Rosenheim die dreijährige Ausbildung zum Erzieher. Er wohnt Zuhause, jobbt nebenbei und wird ansonsten von uns Eltern unterstützt. Im Juli haben wir uns in das Abenteuer Antrag auf Bafög-Weiterbildung/Aufsieg gestürzt. Wir haben mehrfach Formblätter ausgefüllt, Unterlagen beigebracht und den Finanzstatus dargelegt, weil er in seiner vierjährigen Arbeitszeit tatsächlich etwas gespart hat, was ihm beim ersten Antrag zum Verhängnis wurde. Echt dumm, wenn man zu ehrlich ist! Aber dennoch gibt man ja nicht auf, füllt andere Formblätter aus, die einem vom Landratsamt wieder zugeschickt werden (auch das Ausfüllen ist für Normalsterbliche eine echte Herausforderung) und dann bekommt man nach vier Monaten wieder ein Schreiben vom mittlerweile dritten Sachbearbeiter, in dem steht, der Antrag könne nicht bearbeitet werden, weil dieses und jenes Formblatt fehlt. Unser anscheinend „wahnwitziges Ansinnen“, vom „Vater Staat“ einen Zuschuss zu bekommen, ist zum Scheitern verurteilt, weil unser Bürokratismus uns das Kreuz bricht – und nicht, das möchte ich ausdrücklich feststellen, weil Asylanten oder andere dem Staat vermeintlich auf der Tasche liegen. Was der deutsche Beamte Zeit und Geld verschwendet für das sinnlose Bearbeiten von Formblättern, dieses Geld würde sicherlich an andere Stelle deutlich dringender gebraucht.

Sabine Fessler

Großkarolinenfeld

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