Zum Bericht „Wie viel Rente bekomme ich wirklich?“ und „Sicheres Ticket in die Altersarmut“ (Wirtschaftsteil):
Wenn in unserer Republik seit Jahren nicht nur im Pflegebereich junge Fachkräfte fehlen, so wird hier eine über Jahrzehnte vernachlässigte Familienpolitik spürbar. Wenn Väter und Mütter, die für echtes Wachstum sorgen und die Sozialsysteme aufrechterhalten, für ihre Erziehungsleistungen bei ihrer Rente immer noch zu wenig bedacht werden, ist es nachvollziehbar, dass wir als reiches Land seit langem ganz schön kinderarm daherkommen. Wer Kinderarmut sät, wird letztlich auch Pflegeprobleme und Altersarmut ernten. Aber offensichtlich haben manche Vertreter etablierter Parteien diesen Zusammenhang noch immer nicht hinreichend begriffen, wenn sie Kinder und häusliche Erziehungsleistungen nicht entsprechend in den Sozialsystemen berücksichtigen wollen. Auf diesen Missstand hat im Übrigen schon das höchste deutsche Gericht hingewiesen. Offensichtlich hat unser Rentensystem sogar über Jahre hinweg wie ein Kindervermeidungsprogramm gewirkt. Das ist letztlich auch ein Hauptgrund dafür, dass uns außergewöhnlich viele Pflege- und Fachkräfte fehlen. Wenn der derzeitige SPD-Sozialminister eine höhere Belastung für Kinderlose bei den Sozialbeiträgen als schräge Idee abtut, will er offensichtlich ein höchst ungerechtes System aufrechterhalten. Mütter und Väter mit mehreren Kindern werden im Alter in der Regel kaum Alterswohnsitze auf Mallorca oder anderswo haben und sich auf Kreuzfahrtschiffen versorgen lassen können, obwohl primär ihre Kinder für üppige Pensionen und Renten sorgen. Soll das sozial gerecht und zukunftsfähig sein?
Simon Kirschner
Bad Endorf
Am Ende des Berichtes steht „Unser Experte: Stefan Sell“. Experte für was? Das was Stefan Sell von sich gibt, ist alter Kaffee, das weiß doch schon jeder. Die Wahrheit ist, dass die versicherungsfremden Leistungen, die aus der Rentenkasse bezahlt werden, das Hauptproblem sind. Die „Riester Rente“ ist das Papier nicht wert, auf dem das geschrieben ist. Jedem ist die Informationsschrift „Versicherungsfremde Leistungen in der Arbeiter- und Angestelltenrentenversicherung“ der „Aktion Demokratische Gemeinschaft“ (ADG) zu empfehlen. Dort schreiben Experten. Die letzten Träumer müssen doch schon bemerkt haben, dass die Umverteilung von unten nach oben den Politikern und Konzernen dient und der Arbeiter dafür auf ein menschenwürdiges Leben zu verzichten hat. Solche Experten beeindrucken mich nicht im Geringsten. Schade um das Papier und die Druckfarbe.
Nikolaus Maier
Halfing