Zum Bericht „Kein Honigschlecken“ (Bayernteil):
Dass dieser Sommer ein grandioses Wetter mit hohen Temperaturen hatte, war traumhaft. Früchte gab es dadurch in Hülle und Fülle, die Ernte unserer Bauern war gut bis sehr gut. Aber nach der Ernte des Getreides lässt das Blühen rapide nach, was die Landschaft herbstlich aussehen lässt. In früheren Jahren war dann die Landschaft kahl und ohne Farben von Blumen und Sträuchern. Doch seit einigen Jahren haben unsere Bauern die Stoppelfelder zum Blühen gebracht, die Ackerstreifen nicht gemäht und mit vielen Blumen, die sonst so trübe aussehende Landschaft aufgehellt. Man sollte unseren Landwirten dafür auch mal unseren Dank aussprechen. Bei einem Spaziergang oder beim langsamen Vorbeifahren geht einem normalen Menschen doch das Herz auf. Für viele Menschen ist das selbstverständlich. An unsere fleißigen Bauern, die das gesät haben, denken sie nicht. Sehen wir das als kleine Entschädigung an, wenn wir über die stinkende Gülle oder über den Ladewagen, hinter dem wir herfahren, schimpfen, denn auch die Landwirte müssen ihre Arbeit erledigen, was manchmal für uns nicht so angenehm ist. Es wäre schön, wenn wir noch mehr Bauern für ihre Landschaftsverschönerung gewinnen könnten. Unsere Landschaften wären noch bunter und das auch im Herbst. Könnten die Insekten, die in diesen blühenden Äckern fliegen und Nahrung finden, danke sagen, dann wäre das ein tausendfacher Dank. Wir Imker sehen, wie unsere Bienen im Spätsommer, diese Felder anfliegen und Nektar in den Stock tragen. Das Winterfutter wird dadurch mehr als ergänzt. Es ist nicht alles gut, was die Landwirtschaft der Natur vielleicht antut, sei es das Spritzen von Pestiziden, oder oft sehr frühes Mähen der Wiesen, aber sie gibt durch blühende Felder auch etwas zurück. Denn eine intakte Natur wollen wir alle, aber ohne unsere Bauern ist das nicht möglich.
Rudolf Eser
Griesstätt