Künstliche Intelligenz – ein Marketing-Gag

von Redaktion

Zum Kommentar „Zum Digitalisierung-Gipfel künstlich ja – aber intelligent?“ (Politikteil):

Man kann Herrn Prem nur danken, dass er den Begriff „Künstliche Intelligenz“ hinterfragt und mutig genug ist, diesen Begriff als „Ausdruck fehlenden Respekt gegenüber allem, was wirklich lebt“ zu bewerten. Künstliche Intelligenz ist ein von interessierter Seite lancierter verkaufsfördernder Marketingbegriff. Professor Douglas R. Hofstadter warnt vor der effizienten Scheinintelligenz in den Maschinen. „Denken beruhe darauf, den Wesenskern einer Sache von ihrer Oberfläche unterscheiden und mit anderen vergleichen zu können“. Versuche seiner Gruppe, Computer in dieser Hinsicht fit zu machen, hatten wenig Erfolg. Dies lässt sich sehr gut an Übersetzungsprogrammen darstellen: ohne Hintergrund- und Kontextwissen lassen sich Texte unmöglich richtig übertragen. Konzerne gründen vermeintliche Maschinenintelligenz allein auf Big Data. In vielen Bereichen zeitigte das beeindruckende Ergebnisse – Paradebeispiel Schachcomputer –, stellte aber nur eine Simulation von Intelligenz dar, weil keine Spur von Verstehen involviert ist. Gary Marcus, Professor an der New York University, ist der Auffassung, dass Künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stoßen wird. Computer seien im Vergleich zu Menschen in ihrem Lernverhalten viel zu ineffizient, wo Menschen allgemeine Zusammenhänge auf der Grundlage weniger Beispiele verstehen, brauchen datenbasierte Algorithmen große Datensätze. Ihre Lernerfolge seien auf spezielle Szenarien eingeschränkt. Digitalisierung ist ein Hilfsmittel, das uns unser Leben bereits deutlich erleichtert hat. Darin liegt die Bedeutung und der Wert für uns Menschen. Künstliche Intelligenz ist ein von interessierter Seite raffiniert ausgewählter Marketingbegriff: weil er positiv besetzt scheint, suggeriert er, was er nicht halten kann.

Dr. Dolf Hufnagl

Stephanskirchen

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