Zu „Höherer Grenzwert am Arbeitsplatz“ (Leserbrief von Dr. Heinz Brecht):
Danke für die anschauliche Berechnung des CO2- Ausstoßes! Tatsächlich geht diese Verbrauchsvorgabe mal einen Schritt in die richtige Richtung. Endlich kommen wir dem „Drei-Liter-Auto“, das schon in den 90er-Jahren propagiert wurde, etwas näher. Mit den derzeit durch Werbung der Autokonzerne popularisierten und durch die Politik steuerlich geförderten ineffizienten SUV-Luxusschlitten ist das aber tatsächlich unmöglich. Die Mobilität der Zukunft muss völlig neu gedacht werden. Der von Herrn Dr. Brecht genannte „Einmann-Kabinenroller“ ist ein gutes Beispiel für Energieeffizienz. Keiner will die Nachkriegszeit zurück, in der man gezwungen war, einfachste und unbequeme Fahrzeuge zu benutzen. Damals zwangen wirtschaftliche Gründe die Gesellschaft dazu, pragmatische und sparsame Fahrzeuge zu bauen. Heute sollte uns die Vernunft bewegen, unser Verständnis von Individualmobilität zu überdenken. Mit moderner Technik braucht so ein „Kabinenroller“ in demzwei Personen und Gepäck bequem Platz finden nur noch umgerechnet 0,5 Liter/100 Kilometer. Umgerechnet deshalb, weil dieses Ultraleicht-Fahrzeug mit Elektromotor angetrieben wird und keinen Tropfen Sprit braucht, sondern nur rund 6 kwh/100 Kilometer. Wenn bei der Konstruktion von größeren Pkw mit vier bis sechs Sitzplätzen auch Effizienz der Maßstab wäre und nicht nur schwerer, schneller, komfortabler, dann ist ein Drei-Liter-Verbrauch leicht machbar! Nur leider nicht populär und wirtschaftlich nicht zwingend. Fraglich ist, ob Deutschland seine Klimaziele erreichen will oder global betrachtet, ob die Menschheit die Klimakatastrophe noch verhindern will. Das klappt bei rund sieben Milliarden Menschen auf dem Planeten sicher nicht, auch, wenn nur die, die es sich leisten können, alle mit tonnenschweren SUV durch die Städte dieser Welt fahren.
Markus Herrmann
Prien