Nationaler Ausverkauf

von Redaktion

Zum Bericht „Ariane: Bangen um Europas Zugang zum All“ (Wirtschaftsteil):

Für Europas Trägerrakete Ariane 5 fehlen speziell Staatsaufträge. Und was macht das Bundeskanzleramt als vorgesetzte Behörde des BND? Ein vom BND geplanter „Spezialsatellit“ soll von der Firma Space-X des Elon Musk ins All geschossen werden. Unsere Steuergelder wandern direkt in die USA. Umgekehrt dürfen amerikanische Behörden nicht mal eine Leuchtrakete außerhalb der USA kaufen. So funktioniert fairer Wettbewerb. Weitere Beispiele: Bisher gab es hier bei uns ein sehr erfolgreiches Traditionsunternehmen, die Linde AG. Der ganze Ehrgeiz des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und jetzigen Aufsichtsratschefs Wolfgang Reitzle war das Erreichen einer Fusion mit dem amerikanischen Wettbewerber Praxair. Auch wenn die Wettbewerbsbehörden diverse Auflagen erteilt haben, sind die Folgen gravierend. Der Verwaltungssitz wandert in die USA, der Vorstandsvorsitzende ist Amerikaner, steuerlich hat die neue Firma ihren Sitz in Irland und der Chef des Aufsichtsrates heißt wieder Wolfgang Reitzle. Wir verlieren Arbeitsplätze, die Steuern wandern nach Irland und in München bleibt nur eine Filiale. Unwillige Aktionäre wurden zwangsabgefunden. Die Firma Kuka in Augsburg, Deutschlands Aushängeschild in Sachen Robotik, wurde vor einiger Zeit an die Chinesen verkauft. Das Know-how sollte „ganz sicher“ in Augsburg bleiben. Nachdem die Chinesen weiter mit dicken Geldbündeln in Deutschland auf Einkaufstour gehen, will die Bundesregierung endlich mit einer Investitionskontrolle die Notbremse ziehen.

Zumindest die Energie- und Wasserversorgung sollen tabu bleiben. Vielleicht sollte die „nationale Sicherheit“ bei uns auch mal eine gewisse Priorität bekommen.

Franz Merkle

Rechtmehring

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