„Spiegeleien“ in den Medien

von Redaktion

Zum Kommentar „Die neue ,Spiegel‘-Affäre – Fakten statt Weltbild“ (Politikteil) und zum Bericht „Sea-Eye rettet 17 Menschen“ (Bayernteil):

Zu Recht haben Sie vor wenigen Tagen den „Spiegel“ kritisiert. Dort hatte der Journalist Relotius Reportagen mit erfundenen Erlebnissen ausgeschmückt. Was ist dann von dem Bericht von Katrin Woitsch über die jüngste „Sea-Eye“-Mission zu halten? „Die 17 Menschen sitzen eng zusammengedrängt auf einem wackeligen Holzboot. Seit Mitternacht treiben sie orientierungslos auf dem Mittelmeer. Alle sind erschöpft und frieren …“. Ist das Reportage oder Erfindung? War Katrin Woitsch in der Nacht vom 28. auf 29. Dezember im Mittelmeer auf dem „wackeligen Holzboot“? Ist sie mit den 17 Menschen von der libyschen Küste in See gestochen und orientierungslos auf dem Mittelmeer getrieben? War sie Zeugin einer Notlage oder gaukelt sie den Lesern ein Zeugnis vor, weil sie vielleicht aus persönlichen Gründen die Sympathie für Migranten oder für die Sea-Eye-Organisation verbessern möchte? Gerade in Zeiten von „Fake-News“ möchte ich Sie herzlich bitten, Ihrem Qualitätsjournalismus treu zu bleiben.

Prof. Dr. Johannes Schroeter

Großkarolinenfeld

Waren es Fake-News oder war es Wirklichkeit, was in den Medien in der Woche vor Weihnachten verkündet wurde? So unglaubwürdig waren die Geschehnisse: Claas Relotius, ein hoch prämierter Spiegel-Journalist mit nationalen und internationalen Auszeichnungen, hat jahrelang im Magazin „Der Spiegel“ Geschichten und Begebenheiten erfunden. Es wurden Personen erfunden oder falsch wiedergegeben beziehungsweise im Sinne der politischen Ausrichtung des Spiegels – ganz nach dem Zitat „Lügen werden zur Wahrheit, wenn man sie glauben will“ – wiedergegeben. Diese „Spiegeleien“ haben einen großen Hall ausgelöst in den Echo-Räumen der Medienlandschaft, wo man gerne unter sich ist und in seiner eigenen kulturellen Blase lebt. Es gehört wenig dazu, die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Menschen in den Medien wiederherzustellen. Getreu dem Leitspruch des verstorbenen Gründers vom „Spiegel“, Rudolf Augstein, „Sagen was ist!“. Und dem Anspruch der verstorbenen Journalisten- Legende Hans Joachim Friedrichs „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten und dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört“. Es gehört aber viel dazu, diese journalistische Maxime umzusetzen und sie neu zu leben in unserer Generation.

Hubert Kirmaier

Edling

Artikel 1 von 11