Verharmlosung oder Vergebung?

von Redaktion

Zum Interview „Es gibt auch Fälle in Rosenheim“ (Regionalteil):

Schlimm genug, dass die offizielle katholische Kirche nach wie vor Missbrauchsfälle zudeckelt, verschweigt und missachtet. Würde man sich nun wenigstens wünschen und denken, dass zumindest die Verantwortlichen der Basis, diejenigen, die dem Kirchenvolk und damit den Betroffenen näher stehen müssten, hier klare Worte finden – weit gefehlt! Frau Handke bemängelt in dem Artikel zwar die „starre Haltung der Handelnden und der katholischen Kirche zu den Missbrauchsfällen und ruft zur Solidarität auf“. Was aber tut sie selber als Dekanatsbeauftragte: Sie unterstützt diesen unsäglichen Skandal mit ihrer Aussage „Ich will den Priestern mal zugute halten, dass sie sich ihres Missbrauchs gar nicht bewusst waren“!!!?, verniedlicht und vergleicht damit die Vielzahl von psychischer und sexueller Gewalt mit einem Klaps in der Schule oder einem „unter den Arm greifen“. Ich finde das unerträglich! Es ist zurzeit sowieso nicht einfach, Mitglied der katholischen Kirche zu sein und auch zu bleiben, aber Kirchenvertreter wie Frau Handke machen es uns nicht leichter. Ich wünsche allen Opfern einen guten und heilenden Gott.

Rosmarie Martlbauer

Raubling

„Frohe Weihnachten“ erklingt es aus aller Munde. Doch dieses Frohsein kann es nur geben, wenn jeder mit jedem versöhnt ist. Taten der Vergangenheit können durch nichts und niemand ungeschehen gemacht werden. Wenn Kirchenvertreter dem Ruf der 68er auf dem Leim gegangen sind, dass die Kirche so prüde sei, so können auch diese seelenverletzenden Taten nicht ungeschehen gemacht werden. Nur die Vergebung hat die Macht, die Qual der Opfer und der Täter zu beenden. Doch zu dieser Vergebung, der größten aller Schwierigkeiten, ist von sich aus keiner in der Lage. Dazu braucht er die Hilfe von Jesus. Beim „Vaterunser“ lässt er uns beim „vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben“ immer unser Wollen zur Vergebung bekunden. Die Beichte lässt uns die eigene Fehlerhaftigkeit erkennen und wir werden nachsichtig mit den Fehlern anderer. Beim Bibellesen und Gottesdienst lassen wir uns durch den Geist Gottes zum Guten anregen. Der Empfang der heiligen Kommunion erfüllt uns mit der Liebe Christi, dass keiner mehr das Bedürfnis hat, mit irgendjemandem im Streit zu liegen. Ja, wir brauchen Jesus! Lassen wir ihn in unsere Herzen neu geboren werden, dann kann es wirklich heißen: „Frohe Weihnacht und ein frohes neues Jahr.“

Hildegard Sochatzy

Kirchdorf

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