Zum Bericht „Bundeswehr prüft Rekrutierung von EU- Bürgern“ (Politikteil):
Bei dem wiederholten Gejammere um die Bundeswehr werden in der Regel nur Symptome eines zunehmend kranken Systems offenkundig. Offensichtlich wird auch der Sinn einer waffenstrotzenden Nato-Verteidigung nicht mehr verstanden, die uns trotz jährlicher Gesamtausgaben von rund 900 Milliarden auch nicht sicherer gemacht hat. Da helfen weder millionenschwere Beraterverträge noch zusätzliche Milliardenbeträge weiter, wenn man immer noch glaubt, mit mehr Waffen die Welt sicherer zu machen. Wir sollten uns fragen, warum die etablierten Parteien lange nach dem Mauerfall 180 Eurofighter für fast 20 Milliarden in Auftrag gegeben haben. So manches längst notwendige Bahnprojekt wäre finanziert, wenn man bedenkt, dass ein Eurofighter den Steuerzahler ohne Folgekosten rund 100 Millionen Euro kostet. Wollen wir wirklich nach zwei Weltkriegen wieder mit an vorderster Front in der Welt stehen? Irak wie Afghanistan sind gute Beispiele dafür, dass man mit Waffeneinsätzen keine Probleme löst, ja sie meistens noch verstärkt. Die von den USA ausgelösten Kriege haben viele Tausende zu Unrecht getötet und vielfach Hass in der islamischen Bevölkerung gegenüber dem Westen gefördert. Auch so sind Vertreibungen und terroristische Aktionen zu erklären. Es wäre höchste Zeit, dass man statt Milliarden in den Rüstungshaushalt auch endlich mehr zivile Friedensdienste fördert und junge Leute nicht schon in Schulen und Karrierecentern bei der Bundeswehr für fragwürdige Militärdienste ködert. Auch für die Kirchen und C-Parteien scheint dieser Friedensaktivist nur noch als Aushängeschild zu gelten, den man zur Weihnachtszeit für die Feiertage hochleben und dann im Alltag gerne in himmlischer Ruh‘ schlafen lässt.
Simon Kirschner
Bad Endorf