Zum Kommentar „Paragraf 219a – Ein Kompromiss ohne Lösung“ (Politikteil) und zu Leserbriefen:
Es ist unbestritten, dass eine Frau, die ein Baby erwartet, vor großen Veränderungen steht – umso mehr, wenn das Kind nicht geplant war. Die Aussage, dass es für Frauen derzeit schwierig ist, Informationen über eine Abtreibung zu erhalten, entspricht jedoch nicht der Realität. Frau Nazarewska schreibt in ihrem Kommentar, dass jede Frau eine sachliche Information bekommen muss, wie ein Abbruch abläuft, welche Voraussetzungen es gibt, was für Risiken der Eingriff birgt und wie hoch die Kosten ausfallen. Wo bleibt die Beratung, die darüber aufklärt, wo und welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und welche praktischen, psychologischen oder anderweitige Hilfen in Anspruch genommen werden können, um das Kind zu behalten? Die meisten Kinder werden nämlich nicht aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Vergewaltigung abgetrieben. In einem so reichen Land wie Deutschland darf es nicht sein, dass eine Frau aus finanziellen oder sozialen Gründen ein Kind abtreiben muss, zumal ein Schwangerschaftsabbruch oftmals im Anschluss als traumatisches Erlebnis empfunden wird und nicht selten langjährige seelische Folgen nach sich zieht. Genau aus diesem Grund gibt es speziell beauftragte staatliche Beratungsstellen, um ausgewogene Informationen zu gewährleisten. Für einen solch schwerwiegenden Entschluss sollte das Aufsuchen einer unabhängigen nahen Beratungsstelle, die auch leicht im Internet zu finden ist, doch kein Problem darstellen.
Maria Grießl
Bad Endorf