Es geht nicht nur um Honigbienen

von Redaktion

Zu „Bienen, Bauern, Blühstreifen“ (Leserbriefe):

„Rettet die Bienen!“ Eine wunderbare Werbeaufmache für das Volksbegehren für mehr Artenschutz. Wer sich angesprochen fühlt, sollte das Kleingedruckte, den Gesetzentwurf, genau lesen. Da wollen „Insektenschützer“ mit minimalem landwirtschaftlichen Grundwissen, ohne betriebliche Hintergründe und Abläufe zu kennen, den Landwirten vorschreiben, wie diese zu arbeiten haben? 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen sollen bis 2025 biologisch bewirtschaftet werden. Biologisch bewirtschaftete Flächen haben viel weniger Ertrag. Damit der Landwirt dennoch davon leben kann, muss er einen viel höheren Preis für seine Produkte bekommen. Wer das „Begehren“ für richtig hält, muss auch bereit sein, nur noch Bioprodukte, vorzugsweise aus der Region, zu kaufen. Viele der Forderungen, wie das Umbruchverbot von Grünland, sind schon lange über das Cross Compliance geregelt. Die bayerischen Bauern erzeugen Milch und Fleisch in höchster Qualität, was aber nur mit bestem Futter erreicht werden kann. Nur junges, saftiges Gras hat die meisten und besten Nährstoffe. Heu, das erst nach dem 15. Juni gemäht wird, wie im Volksbegehren gefordert ist, frisst keine Kuh mehr. Jeder Landwirt unterstützt den Artenschutz, er muss aber von seiner Arbeit leben können. Da ist es doch besser mit den Landwirten zusammenzuarbeiten, als sie durch fragwürdige Gesetze und noch mehr Auflagen immer mehr in ihrer Arbeit einzuengen. Es könnte doch jeder Bürger etwa für den Artenschutz tun, indem er seinen eigenen Rasen in Blumenwiesen verwandelt, den Mähroboter beerdigt und nicht vor dem 15. Juni mäht. Seine Flächen sind Hobby, der Landwirt muss davon leben.

Annemarie Plank

Breitbrunn

Bei dem Volksbegehren geht es um das Artensterben und nicht nur um die Rettung der Bienen. Zu den Bienen gehören die Honigbiene und die vielen Arten der Wildbienen. Insgesamt sind die Insekten für die Bestäubung wichtig. Das die Anzahl der Vögel auch dramatisch abnimmt, sollte uns zu denken geben. Die Aussage, dass sich ausschließlich Imker um den Erhalt der Honigbiene sorgen, ist meines Erachtens falsch. Es gibt genügend Beweise, dass Honigbienen ohne Imker überlebensfähig sind. Die Varroamilbe als alleinige Ursache für das Bienensterben verantwortlich zu machen, ist ebenfalls falsch. Vielmehr ist es ein Mix aus der fehlenden Artenvielfalt, der Varroamilbe, den Monokulturen, dem Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoiden und ähnliche, der ein Bienenvolk schwächt. Im Übrigen ist es normal, dass jedes Jahr ein Teil der Bienenvölker stirbt; die Bienen sorgen aber mit ihrer Vermehrung und der Schwarmbildung vor. Die Bienen können sich nur dann gut ernähren, wenn es eine Artenvielfalt gibt. Dann gibt es für uns alle auch einen guten regionalen Honig. Ich kann daher nur appellieren, am Volksbegehren vom 31. Januar bis 13. Februar mitzumachen. Gehen Sie ins Rathaus und tragen sich in die Listen ein – es geht um unsere Zukunft und dabei gewinnen wir alle.

Christoph Lutz

Haag

Ja, gibt’s denn so was! Manfred Czermak, seines Zeichens Imker, ausgerechnet er, ruft seine Imkerkollegen und die Landwirte zum Boykott des Volksbegehrens zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt auf. In dem Bemühen gegen die „sieben völlig unbedeutenden politischen Parteien“ und zwei Umweltorganisationen sowie den Imkerverband zu giften, hat Herr Czermak wohl den Sinn des Volksbegehrens nicht verstanden. Die Welt dreht sich nämlich nicht allein um Honigbienen, Varroamilben und Imker. Tatsächlich dreht sich die Welt auch um allerlei andere Insekten, die – wie die Honigbiene auch – von Pollen und Blütenstaub leben und immens wichtig für die Bestäubung der Wild- und Nutzpflanzen sind. Viele Vogelarten leben von Insekten und werden dann mit deren Aussterben auch für immer verschwinden. Zumindest von den Imkern erwarte ich schon eine Zustimmung für das Volksbegehren, denn schließlich ist die Honigbiene auch ein Insekt und gehört zur Artenvielfalt.

Angela Kind

Prien

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