Gesellschaftliche Werte schätzen

von Redaktion

Zum Bericht „Kein Rabatt für Rettungshunde a.D.“ (Lokalteil):

Diesen Leserbrief zur Abstimmung über die Hundesteuersatzung zu schreiben fällt mir sehr schwer, denn nicht einmal zwei Wochen liegt der Tod meines Hundes Arco zurück. Mit seiner Berentung von der aktiven Rettungshundearbeit nahm diese Diskussion ihren Anfang. Aber jetzt sehe ich mich leider dazu verpflichtet, wieder einmal daran zu erinnern, dass Politiker, auch auf kleinster kommunaler Ebene, gewählt wurden, um sich im Interesse der Bürger zu engagieren und in deren Sinne statt nach eigenem Gutdünken zu entscheiden! Außerdem möchte ich auch meiner tiefen Enttäuschung Ausdruck verleihen. Die Argumente, mit denen eine Möglichkeit zur Anerkennung eines Ehrenamts vom Neumarkt-St. Veiter Stadtrat abgelehnt wurde, sind für mich lediglich Vorwände! Jeder Verein nützt Mustersatzungen und kein Vereinsvorstand käme auf die Idee, keine Veränderung darin vorzunehmen um sie für die eigenen Zwecke anzupassen. Auch nicht mit der Begründung, weil das vielleicht kompliziert wäre, denn das ist nun mal seine Aufgabe. Und wenn in der Zukunft ein weiterer Vorschlag zur Änderung der Hundesteuersatzung eingehen sollte, dann müsste eben im Einzelfall geprüft werden, ob er im Sinne der Bürgerinteressen vertretbar ist. Täusche ich mich, oder ist das nicht sogar eine der ureigensten Aufgaben eines Stadtrates? Welche Signale wollen Sie setzen? Dahin, dass ehrenamtliches Engagement für die Gesellschaft als „unnötig kompliziert“ angesehen wird, genauso wie Sie es mit dem für Sie minimalen Aufwand, dieses anzuerkennen und wertzuschätzen tun?

Dr. Christian Guse

Neumarkt-St. Veit

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