Zum Interview mit Bernd Posselt „Die Ostsee-Pipeline muss gestoppt werden“ (Politikteil):
Bernd Posselts Aussagen haben mich in der Meinung bestärkt, dass die CSU für das Europa-Parlament nicht wählbar ist. Posselt beklagt, die Schaffung einer europäischen Armee komme kaum voran. Nicht dass er keine Lust mehr hätte, militärische Abenteuer der USA mitzumachen. Im Gegenteil, er hat Lust auf eigene, europäische militärische Abenteuer an der Seite der einstigen Kolonialmacht Frankreich – etwa in Afrika. Sieht so seine „Fluchtursachenbekämpfung“ aus? Die Ostseepipeline lehnt er ab – aus Angst vor Abhängigkeit. Warum uns die Schaffung zusätzlicher Energieimport-Optionen „abhängig“ machen soll, finde ich erklärungsbedürftig. Und für teures, wenig umweltfreundlich gewonnenes amerikanisches Fracking-Gas gilt das nicht? Außerdem lauern laut Posselt massive Gefahren auf dem Balkan. Etwa durch die „außereuropäische“ Macht Russland (Erdkunde, Gymnasium Unterstufe?). Wo die EU doch ach so viel Geld in den Wiederaufbau der Region gesteckt hat. Warum Wiederaufbau? Unter anderem, weil die NATO 1999 durch ihre Bombardements – unter Beteiligung der Bundeswehr und der außereuropäischen Macht USA – Serbien in Schutt und Asche gelegt hat. Die Serben erinnern sich leider noch daran. Hoffentlich hat der bayerische Wähler ein ähnlich gutes Gedächtnis und stellt die Frage, ob es im Interesse Europas, Deutschlands und Bayerns sein kann, ständig Gefahren zu beschwören und damit eine aggressive Außenpolitik zu rechtfertigen.
Bernhard Edlmann
Raubling