Zu „Keine Toleranz bei Straftaten von Asylbewerbern“ (Leserbriefe):
Leserbriefschreiber Dr. Strasser ist empört, denn Gewalt wie in Chemnitz werde in Politik und Medien als Hetzjagd verurteilt, Gewalt von Ausländern wie in Amberg dagegen nicht. Vielleicht liegt es daran, dass in Amberg vier angetrunkene Jugendliche wahllos auf Passanten losgingen, also nicht speziell auf Menschen einer bestimmten Hautfarbe oder Ethnie. In Chemnitz war es laut eines internen Polizeiberichtes anders: Hier waren Hooligans aus anderen Bundesländern angereist, bei denen es sich vermutlich um Personen handelte, „die intensiv Kampfsport betreiben, gewaltsuchend sind“. Für 21.42 Uhr ist vermerkt: „Hundert vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer.“ Für 21.47 Uhr: „20 bis 30 vermummte Personen mit Steinen bewaffnet in Richtung Bühl, Gaststätte Schalom“. Chemnitz unterscheidet sich von Amberg nicht nur in der Zahl der Täter, sondern auch in der vorherigen Planung der Taten. Den angeblich verharmlosenden Umgang mit Migrantengewalt bemängelt auch Herr Tiefenthaler, ihm fehlen Berichte über die Hetze gegen Rechts in den Medien. Er empfiehlt die Lektüre von Büchern, die sich kritisch mit der Politik auseinandersetzen, um zu einer „objektiven“ Meinung zu kommen. Überrascht bin ich von der „objektiven Meinung“: Bisher war ich der Ansicht, dass sich die Begriffe „objektiv“ und „Meinung“ widersprechen. „Objektiv“ versucht, etwas neutral und unter allen Ansichten zu beschreiben, „subjektiv“ ist hingegen eine persönlich gefärbte Beschreibung.
Bernward Schmidt
Prutting