Ein „t“ zu wenig, ein „e“ zu viel

von Redaktion

Zu „Wider die Genderisierung unserer Sprache“ (Leserbriefe):

In meinen sehr kurzen Leserbrief über Markus alias Tessa Ganserer sind durch Redaktionsverschulden zwei Fehler hineingeraten. Dem „beklatscht“ wurde das End-t genommen, dafür „Urständ“ ein e hinzugefügt. „Urständ“ kommt von mittelhochdeutsch „urstende“ für Auferstehung, ist also Singular. Von Martin Luther ist belegt: „Nach seiner urstend sprach er zu den frauwen“. Der Plural ist also falsch, auch wenn man ihn in renommierten Zeitungen antreffen kann. „Fröhliche Urständ feiern“ verwendet man in ironischem Sinn, wenn etwas überwunden Geglaubtes wieder in Erscheinung tritt. Die Geschichte von „Des Kaisers neue Kleider“ ist allerdings nicht wirklich passiert, sondern ist ein Märchen von Hans Christian Andersen, in dem ein unverbildetes Kind den lügenhaften Beifall der Erwachsenen mit den Worten durchbricht: „Aber er hat ja nichts an.“

Armin Rieble

Stephanskirchen

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