Eine Zerreißprobe

von Redaktion

Zur Diskussion um den Zulauf zum Brennerbasistunnel (Regionalteil) und zu Leserbriefen:

Wie gut, dass Sie neben Beiträgen Ihrer Journalisten auch Leserbriefe abdrucken. So bekomme ich ein etwas vollständigeres Bild, etwa zum Thema „Brennerbasistunnel“. Dem Geschrei von Daniela Ludwig, verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU, den Aussagen des ADAC Südbayern und des Vorsitzenden des Vereins „Brennerdialog Rosenheimer Land“ konnte ich entnehmen, dass die ganze Tunnel- und Gleisbauerei in Tirol und Italien völlig sinnlos sei und nur Gegner habe, jedenfalls im schönen Chiemgau. Ich war verunsichert, hatte ich doch immer geglaubt, es sei politischer Wille, dass Güter auf die Schiene gehören. Offenbar gehören sie doch auf Lastwagen mit ihren wunderbar aromatischen Abgaswolken, Feinstäuben, Stickoxiden und anderem. Der Leserbrief von Professor Dr. Werner Mäntele aus Kiefersfelden, wohnhaft 50 Meter entfernt von der Bahnlinie, hat mir mit seiner begründeten Haltung und den Vorschlägen zur Entlastung der Anwohner den Glauben an den verstandesbegabten Teil der Menschheit wiedergegeben, die nicht nur nach Mandat und Geld giert. Ich freue mich mit ihm und anderen über alles, was nicht mit dem Lkw transportiert wird. Wo bleiben eigentlich die Befürworter des Güterverkehrs auf Schienen? Es waren immerhin 3000 Demonstranten.

Gisela Munker

Rimsting

Die Demo anlässlich des Besuchs des Verkehrsministers Scheuer mit rund 3000 Teilnehmern war einerseits beeindruckend. Andererseits hätte ich mir gewünscht, dass hier noch mehr Bürger ihren Willen gegen das Wahnsinnsprojekt bekunden, denn das Thema geht nicht nur die von den geplanten Trassen betroffenen Gemeinden an. Aber genau das ist das Dilemma, das unsere Gemeinden, ja unsere Region, zerreißen wird. Jeder vernünftig denkende Mensch ist für mehr Verlagerung von Gütern auf die Bahn, aber keiner möchte Gleise vor seiner Haustüre. So lange aber versucht wird, uns ein X für ein U vorzumachen und nur Szenarien und keine Fakten das politische Prestigeprojekt begründen, müssen wir uns alle dagegen wehren. Wir dürfen uns nicht durch den Keil des Sankt-Florians-Prinzips zerreißen lassen. Daniela Ludwig, An Klaus Stöttner und Wolfgang Berthaler: Wir brauchen jetzt politische Vertreter, die sich für die Belange ihrer Wahlkreise einsetzen, die Antworten suchen auf die dringlichen Fragen ihrer Bürger und nicht ihr Fähnchen in den parteipolitischen Wind halten und hoffen, den Sturm möglichst unbeschadet zu überstehen.

Stephan Mayer

Stephanskirchen

Eigentlich habe ich gedacht, das OVB wäre nicht so ein reißerisches Blatt, wie andere. Aber diese Überschrift vom Interview mit Reinhold Messner „Bayern ist es Tirol schuldig“ finde ich schon etwas übertrieben. Wenn man den Artikel fertig liest, stellt sich mir zumindest der Artikel etwas anders dar. Anscheinend muss man aber auf den Zug der Boulevardblätter aufspringen.

Theresia Maicher

Großkarolinenfeld

Artikel 1 von 11