Zum Bericht „Heil will kleine Renten aufbessern“ (Titelseite):
Heils Idee ist richtig, aber zu kurz gesprungen. Solche Ideen sind und bleiben ein Placebo, wirkungslos! Im Parteiprogramm steht, dass die SPD die Rentenversicherung in eine Erwerbstätigenversicherung umwandeln will. Während der rot-grünen Koalition war kein Vorstoß zu sehen, obwohl beide Parteien Ähnliches wollten. Die wirtschaftliche Lage damals lasse ich nicht als Ausrede gelten. Warum nicht das österreichische Rentensystem? Das ist sozial und solidarisch.
Holger Mairoll
Kolbermoor
Da redet Arbeitsminister Hubertus Heil von einer Rentenerhöhung von 447 Euro und von Respekt vor einer Lebensleistung, schaut man aber genauer hin, sieht man, dies ist wieder nur ein Versuch, die zukünftigen Rentnerinnen und Rentner, also alle Arbeitnehmer, in Sicherheit zu wiegen. Für eine wirkliche Rentenreform, wie unsere Nachbarn in Österreich schon hinter sich haben und das zu einer höheren Rente bei gleichem Einkommen von rund 600 Euro geführt hat, fehlt nach wie vor die Bereitschaft. Hier geht es um den Erhalt der Privilegien von Politikern und auch Beamten, die nichts einzahlen müssen. Daher fehlt auch der politische Wille, etwas zu ändern. Es bedarf auch gar keiner zusätzlichen Milliarden, weil die Kosten für die Grundsicherung ja jetzt schon aus Steuermitteln bezahlt werden. Alle Pensionen übrigens auch – und da gibt es seit Jahren keinen Aufschrei, woher das Geld kommen soll. Wie kann es sein, dass eines der wirtschaftlich reichsten Länder mit Abstand eine der niedrigsten Renten bezahlt? Dafür hat leider keine der etablierten Parteien eine Antwort! Ich nenne es verantwortungslos, seine Bürger in die Armut laufen zu lassen. Das wird passieren, wenn nicht endlich eine Bürgerversicherung installiert wird.
Gerd Borchers
Kolbermoor