Zum Bericht über den Landesbund für Vogelschutz: „Vögel füttern – aber richtig!“
Deutschlands wohl renommiertester Vogelkundler und langjähriger Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee, Professor Peter Berthold, schreibt, dass eine ganzjährige Fütterung der Vögel notwendig ist. Die härteste Zeit für Singvögel ist jedoch nicht der Winter, sondern die Brutzeit im Mai und Juni. Da arbeiten die Vogeleltern durchgehend von morgens 4 Uhr bis abends um 22 Uhr bis zum Umfallen, um ihre Jungen ausreichend mit Raupen und Insekten zu versorgen. Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und Fettknödel sind das Futter für die Eltern, damit sie die paar Insekten, die sie noch finden, an die Jungen verfüttern können. Denn die Jungvögel kriegen ja tierische Nahrung. Wenn in der Not der Altvogel auch einmal von Menschen angebotenes Futter füttert, ist das immer noch besser als nichts und die Jungen, die Falsches wieder ausspucken, verhungern müssen. Die Altvögel werden durch die Fütterung nicht faul, denn sie fliegen nur an kalten, regnerischen Tagen, an denen keine Insekten unterwegs sind, an die Futterstellen. An warmen Tagen meiden sie diese und suchen Naturfutter. Vögel lassen sich nicht „durchfüttern“, das ist immer nur ein Zufüttern. Die Politik bremst den Vogelschwund bedauerlicherweise viel zu langsam. Professor Berthold setzt seine geringe Hoffnung, das Aussterben der Vögel hinauszuschieben, in die Bevölkerung.
Hans-Joachim Feiner
Stephanskirchen