Zum Artikel „Bürokratie bis in den Tod“ (Regionalteil):
Da wiehert der Amtsschimmel aber kräftig! Der Antragsteller hatte seinen Antrag auf Landespflegegeld form- und fristgerecht gestellt und die Verzögerung bei der Bearbeitung durch die Behörde nicht zu verantworten.
MdL Klaus Stöttners Forderung, dass der Eingang des Antrags und nicht der Bearbeitungszeitpunkt durch die Behörde maßgebend sein sollte, ist eigentlich selbstverständlich. Oder spekuliert die Behörde darauf, dass der Antragsteller nicht mehr die Kraft hat, sich gegen diesen Bürokratismus zu wehren? Es wäre anzuraten, dass der Betroffene die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand (zu Lebzeiten seiner Mutter) beantragt oder zumindest an die Kulanz des Pflegeministeriums appelliert. Das müsste doch heutzutage möglich sein!
Wolfgang Groß
Bernau
Mit Interesse habe ich den Artikel von Hagen Lindner gelesen. Auch mir geht es ähnlich wie der Familie Lindner. Auch ich habe für meine Mutter im August 2018 einen Antrag auf Landespflegegeld gestellt. Beim ersten Mal kamen die kompletten Unterlagen zurück, mit der Bitte, den Bescheid der Krankenkasse über den Pflegegrad beizufügen und die kompletten Unterlagen nochmals einzureichen. Dieses Schreiben erhielt ich im Oktober 2018. Im November habe ich die vollständigen Unterlagen erneut eingereicht und seitdem nichts mehr gehört.
Ich denke nicht, dass es sich bei dem Fall von Familie Lindner und in meinem Fall nur um Ausnahmefälle handelt, wie das Pflegeministerium bedauert. Ich denke, hier wird bewusst eine Entscheidung oder Bearbeitung unnötig in die Länge gezogen, bis der Anspruchsberechtigte verstorben ist. Es wurde von der Regierung angekündigt, dass ein Landespflegegeld zügig und ohne viel bürokratischen Aufwand ausbezahlt werden soll. Das freute mich sehr, denn ich dachte, dass diesen alten und kranken Menschen und den pflegenden Angehörigen etwas zurückgegeben werden sollte. Ein kleiner Dank, denn genau diese alten Menschen, die jetzt pflegebedürftig sind, haben nach dem Krieg geholfen und unser Deutschland wieder aufgebaut. Diese Menschen haben ihr Leben lang hart gearbeitet, haben ihr Leben lang Steuern bezahlt und werden nun doch offensichtlich so im Stich gelassen. Mir liegt wirklich sehr daran, in aller Öffentlichkeit einmal klarzustellen, dass es sich hier sicher nicht um Einzelfälle handelt und sich unsere Politikerinnen und Politiker und unser Finanzministerium doch endlich mal eingestehen sollte, dass hier Versäumnisse vorliegen und sich darum kümmern, dass solche Fehler in Zukunft möglichst vermieden werden.
Marion Anna Gugg
Edling