Lebensmittel „retten“

von Redaktion

Zum Kommentar von Aglaja Adam „Mit Verstand ans Essen“:

Als ehrenamtliche Helferin bei der Rosenheimer Tafel der Diakonie, verfolge ich die Berichte aufmerksam. Es ist gut, dass junge Leute sich Gedanken machen, wie man Lebensmittel „retten“ kann. Wir an der Tafel versuchen es auch. Jede Woche sind die Autos unterwegs und sammeln die Lebensmittel ein, bringen sie uns und wir sortieren sie und geben sie in verschiedene Kisten.

Der Abfall, der dabei anfällt, wird am Ende von den Fahrern entsorgt. Am nächsten Tag erfolgt die Ausgabe an die Menschen, die dies beantragt haben. Auch diese Menschen haben Ansprüche und mögen nicht alles. Frau Klöckner sollte vielleicht auch einen Blick in unsere Tafel werfen. Wir arbeiten nur mit Handschuhen, entfernen alles Schimmelige und versuchen das Essen genießbar weiterzugeben. Die Vorstellung der jungen Leute ist ein guter Ansatz, aber vorher sollten sie sich mit der Lebensmittelkontrolle auseinandersetzen.

Es gäbe sehr viele Wege, Lebensmittel bewusst zu konsumieren. Beispielsweise beim Essengehen: Warum gibt es nicht auf jeder Karte große und kleine Portionen? Saisonzeiten bei Obst und Gemüse beachten, keine billigen „Monsterpackungen“ kaufen, die womöglich nicht aufgebraucht werden. Man könnte die Liste noch weiter fortführen. Aber solange alles Mögliche eingeführt wird und die Hersteller weiter produzieren, wird sich wohl nicht viel ändern. Ich kann behaupten, dass ich so gut wie gar nichts an Lebensmitteln wegwerfe.

Wilma Kaiser

Rosenheim

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