Zur Berichterstattung über das Volksbegehren zur Erhaltung der Artenvielfalt (Bayern- und Regionalteil) und zu Leserbriefen:
Die landesweite Beteiligung am Volksbegehren hat gezeigt, dass eine schwindende Artenvielfalt unserer Tier- und Pflanzenwelt vielen Menschen Sorge bereitet. Nun, mit einer Unterschrift alleine ist es bei Weitem nicht getan und wir dürfen die daraus entstehenden Belastungen auch nicht überwiegend einem Berufsstand aufhalsen. Der Erhalt einer intakten Natur ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller Beteiligten – der Bürger, Verbände, Politik, Gemeinden, Straßen- und Wasserbauämter, Forstverwaltungen. Es bleibt sehr zu hoffen, dass der etablierte „runde Tisch“ ein vernünftiges Ergebnis vorlegt, in dem die Mehrbelastungen der Landwirtschaft aufgefangen werden, ein Umsteuern der Fördergelder angegangen wird und verbindliche oder freiwillige Maßnahmen von allen Beteiligten gefordert oder gefördert werden. Hierzu zählen private Gärten genauso, wie die auch an ökologischen Zielen ausgerichtete Bewirtschaftung öffentlicher Flächen. Dies alles gibt es nicht zum Nulltarif. Eine gesunde und vielfältige Umwelt muss es uns wert sein. Jeder Verbraucher hat es zudem in der Hand, bewusst einzukaufen und Bioprodukte beziehungsweise regionale Erzeugnisse zu fördern sowie den Energieverbrauch zu senken und seinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Unsere Landschaft wird von Bauern gepflegt, auch darum ist die Wertschätzung unserer bäuerlichen Landwirtschaft sehr wichtig. Der Erhalt einer intakten Natur ist für uns alle wesentlich.
Wolfgang Matschke
Rott am Inn
Als Landwirt sage ich: Wir brauchen endlich ein Volksbegehren gegen Mähroboter. Das sind Invasoren von einer fernen Galaxie – sie bedrohen bei uns die Artenvielfalt, führen zu Insekten- und letztlich Bauern-Sterben. Die mähen teilweise mehrere 100 Quadratmeter am Tag, da können wir mit unseren kümmerlichen 150-PS-Traktoren nicht dagegenhalten. Wir können ja höchstens sechs Meter Breite auf einmal mähen, und diese Roboter fangen ja schon vor dem 15. Juni an und mähen öfter als wir mit unseren sieben Mahden im Jahr. In welchem Garten sollen sich da noch Hirsche und Rehe halten! Und den Riesenlärm, den die machen. Dagegen können wir in unserer klimatisierten und schallgedämmten Traktor-Kabine kaum über Lärm vom Traktor klagen. Wir müssen uns an ein Gülleverbot auf Schnee halten, meinen Nachbarn – kein Landwirt – habe ich auch diesen Winter wieder beobachtet, wie er skrupellos Muster in den Schnee pinkelte. Auch fünf Meter Abstand zu Wasserläufen, wie zum Beispiel Dachrinnen, halten diese Mähroboter nicht ein. Wir dagegen sollen per Gesetz fünf Meter Abstand halten, wenn wir dafür bezahlt werden, machen wir aber alles. Das wäre überhaupt die Lösung. Nach dem Muster: Wir bezahlen die Einbrecher dafür, dass sie sich an Gesetze halten und nicht einbrechen. Meine Meinung.
Vitus Huber
Thalacker