Fridays oder „Freidays“ for Future?

von Redaktion

Zum Thema „Fridays for Future“ (Bayern-, Regional- und Lokalteil) sowie zu Leserbriefen:

Am auffälligsten an der vorherrschenden Berichterstattung und an vielen Leserbriefen ist, dass das Anliegen der Jugendlichen leider nicht ernst genommen wird. Dafür stehen Dinge wie Schulschwänzen, mögliche Strafen ebenso im Vordergrund wie der Zweifel am Wissen der Schüler beziehungsweise die Erhabenheit der erwachsenen Politiker. Aber was haben denn die „Profis“ mit ihrem angeblich „gesunden Menschenverstand“ bisher erreicht? Wegen starker Zunahme von Unfällen werden Verkehrsbrücken über Autobahnen gebaut, um dann Beschränkungen auf 80 km/h, 100 km/h oder 120 km/h anzuzeigen. Dieses „variable Tempolimit“ kostet 30 Millionen Euro, allerdings ohne Preissteigerung und Unterhaltskosten. Wäre es da nicht einfacher, vor allem billiger, die Geschwindigkeit generell auf 130 km/h auf Autobahnen zu begrenzen. Außerdem schont es Menschenleben und Kraftstoffressourcen, sogar den Geldbeutel. Dass nebenbei ein bis zwei Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden könnten, darüber wollen viele nicht einmal diskutieren. Wie wäre es denn mit einer Kerosinsteuer, selbst wenn dann der Flug nach Mallorca zehn Euro mehr kostet? Statt immer neuer Absichtserklärungen und Sonntagsreden braucht die Welt endlich aktives Handeln. Denken wir doch an die nachwachsenden Generationen: Nur mit Klimaschutz bleibt die Welt lebenswert!

Dr. Reinhard Wanka

Mühldorf

Ich bin dagegen, dass schon Schulkinder ihre Pflicht verletzen und nicht zur Schule gehen und stattdessen demonstrieren. Wenn sie schon demonstrieren (was überhaupt nicht ihrem Reifegrad entspricht), dann können sie ja in ihrer Freizeit demonstrieren, da verletzen sie wenigstens ihre Schulpflicht nicht, und die Eltern verletzen ihre Aufsichtspflicht nicht – vorausgesetzt, die Kinder sind noch keine 18. Was soll denn aus den Kindern werden, wenn sie schon im Kindesalter ihre geringen kindlichen Pflichten vernachlässigen? Die Kinder gehen ja nicht zur Schule, um demonstrieren zu lernen, sondern damit sie etwas Vernünftiges leisten können, damit in Zukunft niemand mehr zu demonstrieren braucht.

Edelgard Götzke

Wasserburg

Es wird Zeit, die Verursacher des Klimawandels, beziehungsweise jene, die beim „Fridays for Future“ gemeint sind, beim Namen zu nennen. Das sind nicht wir alle, aber vor allem die Konsumjunkies, „Just-for-fun-Flieger“, Kreuzfahrturlauber, Fleisch- und Fischesser, „Fette-Auto-Fahrer“ und all diejenigen, die sich für Umwelt und Klima nicht die Bohne interessieren beziehungsweise engagieren. 2,4 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß pro Person und Jahr wären noch klimaverträglich, 11,5 Tonnen emmitiert durchschnittlich ein Deutscher, ein Flug von München nach Sydney liegt bei etwa zwölf Tonnen. Ob man dazugehört, kann sich jeder selber fragen — und, ob man sich ändern will!

Klaus Tischler

Neubeuern

Zum Leserbrief von Herrn Heigl habe ich auch einige Gedanken. Es dürfte ja wohl klar sein, dass die Schülerdemonstrationen kaum beachtet würden, wenn sie zur „genehmen Zeit“ stattfänden: Mal ein kurzer Hinweis in den Nachrichtensendungen, das geht doch zum einen Ohr hinein und zum anderen hinaus. Dass Verweise von den Schülerinnen und Schülern in Kauf genommen werden, finde ich prächtig und lässt mich vermuten, dass auch die Eltern dazu stehen, jedenfalls ein großer Teil. Das sind natürlich sehr viele Wählerstimmen, zumal darüber nachgedacht wird, das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen. Wann und wo findet die nächste Wahl statt? Ach ja, EU-Parlament. Da hat sich die Bundeskanzlerin doch beeilt, die Schülerdemo positiv zu bewerten. Auch der bayerische Kultusminister hat offenbar keine Strafmaßnahmen vor. Sehr gut! Note eins! Nun wird Herr Heigl meine Einstellung wohl auch als ein merkwürdiges Demokratieverständnis einstufen. Gleichzeitig frage ich mich, ob er selbst alle Vorschriften einhält, zum Beispiel die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Straßenverkehr. Warum finden Proteste statt? Weil es fortwährend um Naturzerstörung geht, und wer hat das Sagen?

Rosemarie Rindle

Rosenheim

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