Unterschiedliche Begebenheiten

von Redaktion

Zu den Leserbriefen von Dr. Andreas Strasser und Anton Tiefenthaler „Keine Toleranz bei Straftaten von Asylbewerbern“:

Herr Dr. Strasser ist empört, denn Gewalt wie in Chemnitz werde in Politik und Medien als Hetzjagd verurteilt, Gewalt von Ausländern wie in Amberg dagegen nicht. Vielleicht liegt es daran, dass in Amberg vier angetrunkene Jugendliche wahllos auf Passanten losgingen, also nicht speziell auf Menschen einer bestimmten Hautfarbe oder Ethnie. In Chemnitz war es laut Polizeibericht anders: Hier waren Hooligans aus anderen Bundesländern angereist, bei denen es sich vermutlich um Personen handelte, „die Kampfsport betreiben, gewaltsuchend sind“. Für 21.42 Uhr ist vermerkt: „Hundert vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer.“ Für 21.47 Uhr: „20 bis 30 vermummte Personen mit Steinen bewaffnet in Richtung Bühl, Gaststätte Schalom“. Chemnitz unterscheidet sich also von Amberg nicht nur in der Zahl der Täter, sondern auch in der vorherigen Planung der Taten. Den angeblich verharmlosenden Umgang mit Migrantengewalt bemängelt auch Herr Tiefenthaler, ihm fehlen Berichte über die Hetze gegen Rechts in den Medien. Er empfiehlt deshalb die Lektüre von Büchern, die sich kritisch mit der derzeitigen Politik auseinandersetzen, um zu einer eigenen, „objektiven Meinung“ zu kommen. Die politische Ausrichtung dieser Bücher kann ich mir vorstellen. Überrascht bin ich von der „objektiven Meinung“: Bisher war ich der Ansicht, dass sich die Begriffe „objektiv“ und „Meinung“ widersprechen. „Objektiv“ versucht etwas neutral und unter allen Ansichten zu beschreiben, „subjektiv“ ist die persönlich gefärbte Beschreibung des Selben. Das ist wohl die Arroganz von Rechts, die die eigene Meinung als Wahrheit sieht.

Bernward Schmidt

Prutting

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