Organspende endlich auf neue Füße gestellt

von Redaktion

Zum Artikel „Vorstoß: Alle Volljährigen bis auf Widerruf Organspender“ (Politikteil):

Endlich – nach langem Hin und Her haben sich Verantwortliche in der Koalition dazu durchgerungen, die Organspende in Deutschland auf neue Füße zu stellen. Vor mehr als sieben Jahren war ich ebenfalls noch auf der Warteliste bei Eurotransplant in Leiden/Holland, bis ich von meiner Ehefrau eine Niere erhielt (nach viereinhalb Jahren Dialyse). Ich hatte das Glück und hervorragende ärztliche Betreuung (Klinikum Rechts der Isar in München), so dass ich mein neues Leben genießen kann. Nachdem sämtliche Aufrufe an die Freiwilligkeit wenig nutzten, liegt es nunmehr an jeder/jedem, sich mit dem Thema zu befassen und zu entscheiden: Will ich nach meinem Tod anderen helfen oder nicht. Leider wird der neue Vorschlag, welcher Tausenden von kranken Menschen das Leiden verkürzen hilft oder sogar das Leben rettet, wieder zerredet und zu Tode diskutiert. Gegner der vorgesehenen Lösung sollten sich bewusst sein, dass sie jederzeit in die gleiche Situation kommen können. Ich hoffe für die vielen kranken Menschen auf einen positiven Ausgang dieses Verfahrens, für die Gegner hätte ich folgenden Vorschlag: Die schriftliche Erklärung gegen die Organspende soll den Zusatz erhalten, dass der Unterzeichnende auch auf den Empfang von Organen verzichtet, falls er erkranken sollte. Und das sollte auch offiziell dokumentiert werden, da sich die Einstellung meist schlagartig ändert, wenn der „Fall“ eintritt…

Walter Weinzierl

Kolbermoor

Artikel 3 von 11