Zur Berichterstattung über „Fridays for Future“ (Bayern-, Regional- und Lokalteil), zum Kommentar von Georg Anastasiadis sowie zum Kommentar von Dirk Ippen:
Als „Neuleser“ der Zeitung, lese ich die provozierenden Kommentare von Dirk Ippen zu den aktuellen Themen mit großem Interesse. Diesmal nahm er Greta Thunberg und den umstrittenen Schülerprotest in den Fokus. Er bezeichnet die Verletzung der Schulpflicht durch das Fernbleiben der Schüler vom Freitags-Unterricht als Rechtsbruch. Gewerkschaften, die ihre Mitglieder und Arbeitnehmer zum Streik und zur Arbeitsniederlegung aufrufen, um ihre Ziele durchzusetzen, werden auch nicht an Sonn- und Feiertagen auf die Straße gehen. Wenn man die Talk-Shows zum Thema „Schülerproteste zum Klimawandel“ ansieht, wird die Hilflosigkeit der Profi-Politiker schnell sichtbar. Angesagt ist immer noch ein Taktieren der Politik, um die wertvolle Wählergunst zu behalten und das ungeliebte Klimaschutz-Thema ist nur lösbar, wenn eine europäische Lösungsstrategie erarbeitet wird. Das Unterstellen von Unterricht schwänzenden Trittbrettfahrern unter den Schülern ist auch ein Indiz dafür, wie einfach ein brennend heißes umweltvernichtendes Thema kleingeredet werden soll. Ernst zu nehmen sind Greta und der Klimawandel durch diese Schülerbewegung auf jeden Fall und der Appell an die Verantwortlichen Politiker kann nur lauten: Lasst endlich belastbare Taten folgen, damit unsere nachfolgenden Generationen noch ein lebenswertes Leben auf diesem Planeten vorfinden! Und an die Schüler gerichtet: Haltet durch mit den Protesten! Eure Demonstrationen haben schon viele wachgerüttelt und einiges bewegt!
Rainer Tschichholz
Kolbermoor
Das übliche Muster wird hier reflektiert: Argumente dagegen finden – ja nicht aus der gewohnten Komfortzone hervorkommen und den Kern der beiden Themen verstehen: Viele Leute machen sich Sorgen um unsere Umwelt – und da ist einiges im Argen. Das Ganze darauf zu reduzieren, dass die Kinder doch „nur Schule schwänzen wollen und sonst nichts mit der Umwelt auf’m Hut haben“ beziehungsweise „doch immer die anderen was machen sollen, aber bitte nicht der Berufsstand A oder B beziehungsweise die Gruppe X oder Y“ ist typisch. Man macht sich keine Gedanken über Lösungsansätze oder überdenkt sein eigenes Tun. Schon komisch, dass wir es mal wieder nicht geschafft haben (oder wollten) eine EU-Vorschrift zur Nitrateinbringung fristgerecht umzusetzen – lieber zahlen wir jetzt eine Strafe von fast 900000 Euro (pro Tag wohlgemerkt). Ähnliches passierte ja vor einigen Jahren (Strafzahlung), als wir es nicht auf die Reihe brachten, zusammenhängende Naturschutzstreifen auszuweisen. Lieber also das Geld – das ja gerade oft für Umweltmaßnahmen nicht vorhanden ist – für Strafzahlungen ausgeben. Aber im Umweltschutz gibt’s ja nichts zu tun – alles bestens bestellt. Wir hinterlassen unseren Kindern/Enkeln das, was wir nicht verbrauchen konnten – ist doch eine schöne Perspektive für sie (Schulden und Rentenlasten haben sie ja auch noch genug bekommen). Bevor nun jemand wieder ein Gegenargument sucht: Ich und meine Familie leben „Bio“ seit fast 40 Jahren – damals mussten wir große Wege auf uns nehmen, um an derartige Lebensmittel zu kommen. Ich esse Fleisch – aber auch Bio. Unser ökologischer Fußabdruck bietet noch Reduzierungsmöglichkeiten – da werden wir dran arbeiten.
Siegfried Strehle
Großkarolinenfeld
Nachdem die ehemalige evangelische Theologie-Studentin, Katrin Göring-Eckardt, Greta zur Prophetin ausgerufen hat, musste die katholische Kirche nachziehen. Bischof Wilmer und Heiner haben auch Greta als Prophetin erkannt. Da sie kreativ, geistreich und hellwach wie Jesus Christus ist. Da die Jugend zum Propheten, der vor über 2000 Jahren gestorben ist, so gut wie keinen Bezug mehr hat, braucht man einen neuen jungen Propheten. Und das ist jetzt – wir gendern – eine Prophetin.
Michael Bothe
Traunwalchen
Respekt für Garser und Waldkraiburger Schüler und Schulleiter zum Klimaschutz! Daumen hoch für die Berichte zum Einsatz der Waldkraiburger und Garser Gymnasiasten. Die Jugendlichen zeigen, dass sie die Nase voll haben und sich aktiv für den Klimaschutz und ihre Zukunft einsetzen. Die Schulleiter Wittmann, Fuchs und Groß greifen das konstruktiv auf und tun damit auch etwas für die Demokratiebildung. Daumen runter dagegen für die Keule, mit der Herr Anastasiadis auf die „Fridays for Future“-Schüler schlägt. Er sollte in seinem Merkur-Elfenbeinturm mal die Berichte aus dem Mühldorfer Regionalteil lesen – erweitern den persönlichen Horizont.
Dr. Georg Gafus
Mühldorf