Zum Artikel „Heikle Debatten in der Karwoche“ (Politikteil):
Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller lobt die Veröffentlichung eines umstrittenen Manifests vom emeritierten Papst Benedikt XVI., der als Ursache des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche die sexuelle Revolution von 1968 anführt: „Benedikt hat in seinem Schreiben die Eiterbeule aufgestochen, der Text sei intelligenter als alle Beiträge auf dem römischen Missbrauchsgipfel“. Mir ist vollkommen klar, warum Kardinal Müller Papst Benedikt XVI. lobt und ihm recht gibt. Schließlich war er es, der als Bischof von Regensburg den Priester Peter K. wegen sexuellen Missbrauchs eines Ministranten in Viechtach lediglich nach Riekhofen und Schönau versetzt hat. Dort war der Geistliche mehrmals rückfällig geworden. Müller hat sich am Leid der Opfer mitschuldig gemacht und jetzt ist er der Meinung, dass weder die Kirche noch er die Verantwortung für die Missbrauchsfälle tragen! Es war die sexuelle Revolution von 1968, die dafür die Verantwortung trägt! So einfach lässt sich die von Kardinal Müller zitierte „Eiterbeule“ erklären! Mir fehlen die Worte! Wie Recht Papst Franziskus hatte, dass er Müller als Chef der Glaubenskongregation 2017 in den Ruhestand versetzt hat.
Johann Nußbaum
Rimsting