So füllt man ein Hochbeet richtig

von Redaktion

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Die Verfasserin des Artikels hat anscheinend nicht viel Ahnung vom Garten, vom Hochbeet schon gar nicht. Für die Befüllung des Hochbeetes werden keine Angaben zu Schichtstärken der verwendeten Materialien gemacht, außerdem sind die Angaben aus fachlicher Sicht falsch. Dicke Äste unten, darüber „Häckselzeug, mit etwas Erde vermengt“, wird angegeben. Abgesehen davon, dass die organischen Materialien schnell zusammensacken, würde die untergemischte Erde in der Tiefe unter Luftabschluss verderben. Die Empfehlung, die Deckschicht aus reinem Kompost oder Blumenerde einzubauen, ist ebenso falsch. Kompost als reines Substrat ist für viele Pflanzen zu nährstoffreich, teilweise sogar toxisch. Blumenerden wiederum sind je nach Verwendungszweck unterschiedlich im Nährstoffgehalt, außerdem bestehen viele der angebotenen Erden zum Großteil aus Torf, der an der Beetoberfläche schnell austrocknet und dauerndes Wässern erfordern würde. Allenfalls kann man etwas Blumenerde oberflächlich untermischen.

Ein richtig befülltes Hochbeet hat in wühlmausgefährdeten Gegenden eine Lage aus dickem Kaninchendraht, dann eine Schicht aus durchlässigem mineralischem Material, beispielsweise sandigem Kies, darüber wird etwa 40 Zentimeter dick Garteneerde eingebaut, die mit etwa fünf bis zehn Litern Kompost pro Quadratmeter, oberflächennah eingearbeitet, aufbereitet wird. Auch die Nährstoffe, die bei der Verrottung der Äste entstehen würden, sind in diesen tiefen Schichten für die meisten Gemüsepflanzen und Kräuter ohnehin nicht erreichbar, sie werden eher in noch tiefere Schichten ausgewaschen.

Werner Kraus

Raubling

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