Zum Artikel „Zusagen an NATO“ (Titelseite):
Die immer wieder vorgebrachte Forderung des US-Präsidenten Donald Trump, Deutschland müsse seine Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufstocken, sollte bei einem durchschnittlich denkenden Menschen auf Skepsis stoßen. Hier einige konkrete Zahlen aus dem Jahr 2018: Auf Platz eins bei Militärausgeben stehen die USA mit 602,8 Milliarden US-Dollar, gefolgt von China und Saudi Arabien mit zusammen 227,2 Milliarden US-Dollar. Für die westeuropäischen Nato-Länder (ohne die USA) lagen die Militärausgaben 2017 bei 284 Milliarden US-Dollar. Mir stellt sich die Frage, ob die Militärausgaben der NATO mit zusammen fast 900 Milliarden US-Dollar im „Weltkonzert“ nicht völlig überzogen sind. Das Getöne des US-Präsidenten nach Erhöhung des deutschen Wehretats ist vor dem Hintergrund dieser Zahlen wenig stichhaltig und kaum hinnehmbar, um nicht zu sagen hirnrissig, sofern die Ausgaben der USA nicht drastisch auf ein vernünftiges Maß abgesenkt werden. In diesem Zusammenhang finde ich es auch abwegig, dass unsere Regierung immer wieder lautstark wiederholt und betont, unbedingt die Zwei-Prozent-Marke des Bruttoinlandsprodukts für Militärausgaben anstreben zu wollen.
Axel Hilbert
Edling