Ein gutes Beispiel

von Redaktion

Zum Artikel „Die Mühldorfer wollen es grüner“ (Lokalteil) und zu Leserbriefen:

Aus dem Bericht geht hervor, dass in Mühldorf schon ein Umdenken stattfindet und das rasante Wachstum über die Begrenzung von Baulandausweisungen zurückgefahren wird. Ich erinnere mich auch an eine Aussage von Bürgermeisterin Zollner, in der sie betonte, dass Mühldorf auch an der Einwohnerzahl nicht mehr wachsen will. Von so einer Einstellung sind wir in Waldkraiburg noch weit entfernt. Hier wird weiter gebaut und nachverdichtet, bis die letzte grüne Fläche bebaut und versiegelt ist. Der Lesebriefschreiber Roland Schrödl aus Waldkraiburg hat diesen Zustand auf dem Punkt gebracht. Ich bin ganz seiner Meinung. Welche Vorteile unsere Stadt an einer wachsenden Einwohnerzahl hat, das hat mir noch niemand erklären können. Ich kenne diese Stadt jetzt fast 30 Jahre. Was mich wirklich schon seit Längerem ärgert ist, dass innerhalb dieser Zeit fünf Betriebe, die hauptsächlich Frauen beschäftigten, zugemacht haben oder abgewandert sind. Dieser Zustand wurde und wird seit Jahren hingenommen, ohne einmal darüber eine öffentliche Diskussion zu führen. Was bringt einer Stadt ein Zuwachs an Einwohnerzahl, wenn nicht genügend Arbeitsplätze vorhanden sind und keine geschaffen werden. Nur von Kultur und Sport kann man nicht leben. Frauen, die in Waldkraiburg einen Arbeitsplatz suchen, sind zu bedauern. Ich würde es begrüßen, und zumindest den Frauen in unserer Stadt wünschen, dass in Zukunft nicht nur um Rathausbau, Waldbad oder Wohnungsbau gestritten wird, sondern um die Ansiedlung von Firmen, die wenigstens für sie in dieser Stadt wieder Arbeitsplätze schaffen. Um eine solche Firma anzusiedeln, kann man reinen Gewissens eine grüne Fläche opfern.

Johann Köstner

Waldkraiburg

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