Enteignung? Aussage sorgt für Wirbel

von Redaktion

Zum Artikel „Kühnert will nicht zurückstecken“ (Politikteil) zum Artikel „Sozialistische Visionen im Kreuzfeuer der Kritik“ (Politikteil) sowie zum Kommentar von Georg Anastasiadis „Merkel und Nahles sagen Danke“:

Die Überschrift zu den Äußerungen des Juso-Vorsitzenden lautet: „Kühnert will nicht zurückstecken“ – das braucht er auch nicht; er soll zurücktreten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Auffassungen von einer Mehrheit „seiner“ Jungsozialisten geteilt werden, die doch sicher auch realistisch sein können. Kühnerts Ausweg: Er kann zu den Linken gehen und dort weiter sozialistisch oder gar kommunistisch vor sich hindümpeln. Aus diesem politischen Lager ist man solchen Unsinn gewöhnt und er stört weiter nicht. Einen Selbstdarsteller wie Kühnert würde das aber sehr wohl stören und drum wird er wohl bleiben.

Udo Kesselgruber

Waldkraiburg

Da hätte wohl jemand gerne einen BMW, kann sich den aber nicht leisten, weil er keine Ausbildung zu Ende brachte. Vielleicht wohnt der kleine Kevin auch noch in seinem alten Kinderzimmer, weil er sich von Privatvermietern keine Wohnung anmieten kann, da die bösen Raffzähne über dem Mietspiegel vermieten? Da führen wir doch schnell den Sozialismus nach dem Vorbild DDR ein, wo allen alles gehört. Vor Jahren meinte eine Lehrerin: „Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose.“ Das scheint mir hier voll zuzutreffen. Was hatte die SPD doch einmal für große Persönlichkeiten! Mich würde zum Beispiel sehr interessieren, was ein Hans Jochen Vogel zu diesem Traumtänzer sagen würde.

Anni Geuge

Waldkraiburg

Da hat es der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, dieser „Maduro von Deutschland“, dieser „Wirrkopf“ (so Georg Anastasiadis) doch tatsächlich gewagt, unser kapitalistisches Wirtschaftssystem infrage zu stellen. Ich muss gestehen: Bei „soziale Marktwirtschaft abschaffen“ und „irrlichternden“ Chefs denke ich nicht zuerst an den Juso-Chef, sondern mir fallen Namen ein wie Werner Baumann von Bayer Leverkusen, der seine Aktionäre und Mitarbeiter für 60 Milliarden mit der verrufendsten Chemiefirma der Welt, nämlich Monsanto, beglückte. Oder Martin Winterkorn und Rupert Stadler, die mutmaßlichen Hauptverantwortlichen für den Diesel-Skandal, der VW allein in den USA 30 Milliarden kostete. Noch mehr Unheil richteten die Chefs der Deutschen Bank an, die eine einstmals angesehene Bank in eine große Zahl von sehr kostspieligen Skandalen und Betrügereien verwickelten. Ist es angesichts solcher Tatsachen wirklich so abwegig, wenn sich ein intelligenter junger Mann Gedanken über eine demokratische Kontrolle solcher Konzerne macht? Ist es wirklich so skandalös, dieses von Gier, Konkurrenz- und Wachstumszwängen getriebene kapitalistische System, das nicht nur den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, sondern den Fortbestand unserer Zivilisation bedroht, infrage zu stellen? Aber die armen BMW-Aktionäre, die er enteignen will! Nun, die BMW-Großaktionäre Stefan Quant und Susanne Klatten kassierten im Jahr 2018 eine Milliarde Euro an Dividenden. Da bleibt für die Kleinaktionäre sicher noch etwas übrig.

Wilfried Rahe

Mühldorf

„Hurra“! – jetzt wird die Reaktivierung der alten DDR beantragt. Man kann Herrn Kühnert zu seinem guten Einfall nur gratulieren. Und dieser Schmarrn wird von Frau Konen auch noch für gut befunden. Nun Glück auf, Halleluja!

Helmut Sageder

Wasserburg

Früh im Jahr 1990 – der Mauerfall lag nur Wochen zurück – forderte Otto Graf Lambsdorff in einem Vortrag in Bonn seine Zuhörer auf, bald in die DDR zu reisen, um Zeuge davon zu werden, „wie der Sozialismus ein Land verwüsten kann“. Der kecke Neo-Sozialist Kevin Kühnert war zu dieser Zeit ein Säugling. Er kennt das Gebiet, das früher von den Sozialisten verwüstet wurde, nur als das Schmuckstück im heutigen Zustand, also nachdem Billionen von Steuergeldern, die von Kapitalisten, Vermietern und Arbeitern der Bundesrepublik erwirtschaftet wurden, in die frühere DDR geflossen waren. Insoweit könnte man ihm seine Ahnungslosigkeit, was die Wirkung sozialistischer Ideen angeht, nachsehen – gäbe es da nicht das aktuelle Beispiel Venezuela. Das Land mit den reichsten Ölreserven der Welt, dessen Volk hungert, zugrunde gerichtet von einem sozialistischen Traumtänzer ohne Ausbildung und ohne Beruf. Insoweit ein zeitgenössisches Beispiel, wohin der Sozialismus ein Land führen kann, wenn man Augen hat zu sehen.

Die aktuellen Probleme Deutschlands – wie die Wohnungsknappheit – haben ihre Ursache nicht in zu wenig, sondern in zu viel Sozialismus.

Martin Theurer

Schleching

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