Zum Leserbrief von Udo Skwara „Jetzt wird das alles zerredet“:
Ich stimme Ihnen zu. Was mich verwirrt hat, warum waren wir so unvorbereitet? Die Menschen kamen nicht über Nacht, diesen elenden Marsch konnte man schon lange kommen sehen und dass viele Menschen aus Afrika zu uns kommen werden, konnte doch niemand überraschen. Wir hätten nicht klatschen sollen, es sind keine Zirkusartisten gekommen, sondern Menschen in Not. Darauf hätte die Politik vorbereitet sein müssen! Mithilfe der Bundeswehr, Zusammenarbeit aller Länderregierungen, schnelles Registrieren an den zum Glück nicht vorhandenen Grenzen zu Ungarn, Österreich oder Tschechien. Bereitstellen von Kasernen, Aufstellen von Zelten für die ersten Tage, bis alle registriert sind. Versorgung mit Kleidung, Nahrung, medizinischer Hilfe. Damit hätte man schon 2014 anfangen müssen.
Niemand hätte auf einem Bahnhof stranden und auf die Versorgung durch die Bewohner angewiesen sein müssen. Für ein reiches Land wie Deutschland nur peinlich. Erst registrieren, dann verteilen. Leider haben unsere Regierungen noch immer nichts gelernt. Es kommen Menschen, Menschen, Menschen – keine Waren – Deutschland sollte nicht zum Verschiebebahnhof werden. Menschen sind das wertvollste Gut. Schön wäre, wenn alle, die geklatscht hatten oder auf ihrer Seite gestanden hatten, sich jetzt immer noch im Ehrenamt engagieren würden. Was für ein Gewinn für beide Seiten.
Eva Schnitker
Waldkraiburg