Zum Kommentar von Martin Prem „Wandel der Autoindustrie – warten auf die Zukunft“:
Der Beitrag beginnt mit einer wichtigen Frage: „Wie werden wir uns künftig fortbewegen?“ Der Kommentator äußert sich zu den verschiedenen Antriebsvarianten und der dafür notwendigen Infrastruktur. Soweit, so gut. Ein wichtiger Aspekt fehlt aber: Ist die Autoindustrie, besonders die deutsche, die weiterhin auf stark motorisierte, große Autos setzt, auf dem richtigen Weg? Ich denke, nein. Ein großes, schweres Fahrzeug bedeutet mehr Rohstoffe und mehr Energiebedarf für den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung über Wartung und Reparaturen bis zur Verschrottung. Es verursacht mehr Bremsstaub, also Feinstaub. Wer braucht solche Autos, um sich von A nach B zu bewegen, und warum? Als Statussymbol? Um das schwache Ego aufzupolieren? Mit hohem Gebrauchswert hat das nichts zu tun. Nutznießer ist die Autoindustrie. Die hat vor einigen Jahren das Erfolgsmodell SUV erdacht, mit dem man „mehr Auto“ verkaufen kann als bei gewöhnlichen Autos. Und prompt fanden und finden sich viele Käufer. Was an diesen „Sport Utility Vehicle“ sportlich sein soll, bleibt mir verborgen.
Selbst wer meint, Klimaänderungen hat es schon immer gegeben und der Mensch spielt dabei keine Rolle, kommt an einem Fakt nicht vorbei: Die Schöpfung hat Millionen Jahre gebraucht, um die fossilen Energiequellen auf der Erde anzulegen, die letztlich gespeicherte Sonnenenergie sind. Vor etwa 200 Jahren begann der Mensch, Wärmekraftmaschinen im relevanten Umfang einzusetzen. In dieser vergleichsweise kurzen Zeit und vor allem in den letzten 100 Jahren hat er den größten Teil dieser Energiequellen aufgebraucht. Ein Teil der in Kohle oder Öl gespeicherten chemischen Energie wird bei der Verbrennung in Motoren in kinetische Energie umgewandelt, der Rest als Abwärme freigesetzt. Und das soll ohne Folgen sein?
Rainer Ostermann
Prutting