Zum Artikel „Wie geht’s Europa?“ (Politikteil):
Der Kontinent Europa ist einzigartig in seiner Vielfalt. Vor Jahrzehnten ist es gelungen, die zahlreichen eher kleinen Staaten Europas unter dem Schirm der Europäischen Union zu vereinigen – eine einmalige Leistung. Was wir Europäer dadurch an Freizügigkeit, Frieden und vielfach Wohlstand gewonnen haben, ist ein hohes Gut. Auch der Einfluss der EU in Relation zu den Weltmächten darf nicht unterschätzt werden – wo wären wir denn, wenn 28 Länder einzeln versuchen würden, das Weltgeschehen zu beeinflussen? Natürlich ist auch Skepsis angebracht. Bei den drei großen Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel, Demografie und Digitalisierung – sind die europäischen Fortschritte eher in Zentimetern als in Meilen zu messen. Auch das wäre jedoch keineswegs besser, wenn jedes Land sein eigenes Süppchen kochen würde. Und in letzter Zeit geraten Demokratie und Menschenrechte durch den Aufstieg von populistischen Parteien immer mehr in Gefahr. Wir können uns aber dagegen wehren, dass diese rückwärtsgewandten Strömungen an Einfluss gewinnen – indem wir uns für Europa entscheiden und im Mai zur Wahl gehen.
Ellen Ernst-Zeij
Rosenheim