Heiße Debatte um Kirchenstreik

von Redaktion

Zum Artikel „Maria 2.0“: Frauen wagen den Aufstand“ (Bayernteil), zum Artikel „Aigner fordert Ende des Zölibats“ (Abendausgabe) sowie zum Artikel „Katholikin gegen den Kirchenstreit“ (Bayernteil):

Probleme an der Wurzel zu fassen, ist der nachhaltigste Weg zu dauerhafter Verbesserung. Frau Aigner hat dies bei ihren Äußerungen zum Zölibat vergessen. Ihre Äußerungen halten keiner historischer, theologischer und katholischer Prüfung stand. Die Reinheit kultischer Handlungen spielt bereits im Alten Testament eine Rolle. Im Neuen Testament wird nirgendwo eine Ehefrau an der Seite Christi erwähnt. Hingegen wird Christus mehrfach bezüglich Ehefragen angesprochen, die er mit seiner alttestamentarischen Kenntnis und dem Willen Gottes beantwortet: Unauflöslichkeit, wahre eheliche Liebe und Treue, Verantwortung etc. Praktisch alle Themen menschlichen Lebens werden bezüglich Gesetz und wahrer barmherziger Handlungsweise behandelt. Da wäre es unverständlich, hätte Christus die Ehe von Priestern empfohlen. Hingegen erklärt er zum „perfekten“ Jünger denjenigen, der alles hinter sich lässt und die Nachfolge Christi antritt. Die Apostelgeschichte sowie die vielen Briefe – insbesondere des Paulus – legen dann unter anderem endgültig Grund zum Zölibat. Eine Aufhebung des Zölibats wird exakt kein Problem der Kirche und des Schwachgläubigen lösen, sondern hier und da eine relativ kurzfristige Meinung befriedigen, der Wahrheit und Bedeutung der Leidenschaft Gottes und der Passion Christi zum Heil der Menschen mittelfristig nicht gerecht. Wahrer Glaube und Gehorsam auf Christi Wort und das Wirken des Heiligen Geistes in unseren Familien und unserer katholischen und apostolischen Kirche wird uns auf Christi Weg, die Wahrheit und Liebe bringen und halten. Dieses Glück und seine Passion werden uns fast automatisch würdige Priester schenken.

Dr. Stephan Maria Hitzel

Raubling

Der Bericht „Katholikin gegen den Kirchenstreit“ zeigt auch die andere Seite der Kirche, nämlich der Treugläubigen, welche die Kirche nicht als Unternehmen betrachten, sondern als das, was sie wirklich ist – die von Jesus Christus gegründete Kirche. Wer was anderes haben will, soll sein eigenes Ding machen und die Kirche Jesu Christi als das belassen, was sie wirklich ist. Wer vom Original abweicht, kann sich als Sekte bezeichnen. Wer also Sektenmitglied werden will – nur zu, aber nicht in der römisch-katholischen Kirche. Die Situation der Streikenden zeigt doch nur den Glaubensschwund beziehungsweise den Glaubensabfall der heutigen Zeit. Missbrauch oder jegliches Verständnis beziehungsweise Unverständnis so mancher Hirten ändert nichts daran, wofür und von wem diese Kirche gegründet wurde. Die zehn Gebote und die Sakramente sowie die Lehre Jesu Christi sind die Satzung, die es zu befolgen gilt und nicht das eigene Ego.

Anna Maria Siegerstetter

Neumarkt-St. Veit

Ich möchte doch entschieden der Meinung von Frau Stöhr widersprechen, dass die streikenden Frauen von Münster und anderswo nicht treu zu ihrer Kirche halten. Gerade sie setzen sich aktiv für ihre Kirche ein und dafür, dass unsere katholische Kirche in unserer Zeit Bestand hat und den Menschen nahe bleibt. Sie sehen die Notwendigkeit der Veränderung gerade der vielen Gesetze und Gebote, die von Menschen gemacht worden sind. Ich glaube ja gerne, dass Frau Stöhr ihre Aufgabe in der Kirche gefunden hat, aber sie sollte ihre Meinung von der göttlichen Ordnung nicht auf andere Frauen übertragen und die Menschheit am liebsten auf Knien und in Schutt und Asche sehen. Ein barmherziger und liebender Gott, das ist die Frohe Botschaft des Neuen Testaments. Dieses ganz genau zu lesen, würde ich Frau Stöhr schon sehr empfehlen.

Anneliese Lang

Bruckmühl

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