Ein Teil bayerischer Tradition

von Redaktion

Zum Artikel „Mehr Schutz vor Messerattacken“ (Titelseite):

Jahrhunderte lang ist das Tragen eines Fuhrmannsbesteckes oder Messers Teil bayerischer Tracht und Tradition. Das Schnitzmesser ist der Stolz von Kindern, das Fahrtenmesser Werkzeug von Pfadfindern. Die Verwendung all dieser Messer als Waffe spielen keine Rolle ungeachtet ihrer Länge. Wir gehören nicht zu den Kulturen, in denen das Ziehen des Messers bei einem Konflikt üblich ist, oder gar erwartet wird. Es irritiert mich, dass die ganze Bevölkerung als „Gefährder“ gesehen wird und uns flächendeckend das Tragen von Messern verboten werden soll. Dabei sind Schweizer Messer genauso betroffen wie das Hirschhornmesser in der Lederhose.

Ja, glauben die Innenminister tatsächlich, dass es der Sicherheitslage in Problembezirken deutscher Großstädte, in denen Clans und andere kriminelle Gruppen das Sagen haben, dient, wenn Trachtler kein Messer mehr in ihren Hosen tragen, wenn Schwammerlsucher nicht mit ihrem Messer in die Natur fahren dürfen oder wenn Kindern die Benutzung ihrer Schnitzmesser in der Öffentlichkeit untersagt wird? Nein, diese Probleme lassen sich nicht lösen, indem man unbescholtenen Bürgern weitab dieser Problemzonen Rechte entzieht. Diese Probleme lassen sich nur durch konsequente Präsenz und ent-schlossenes Handeln des Rechtsstaats sowie der tatsächlichen Umsetzung bestehender Gesetze lösen!

Peter Pfaffinger

Aschau im Chiemgau

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