Zur Berichterstattung über das Kriegsende am 8. Mai 1945:
Trotz intensiver Suche nach einem Bericht über das nicht ganz unwichtige Ereignis, bin ich bereits letztes Jahr nur über eine zweizeilige Meldung unter der Rubrik „Das Datum“ neben der Nachricht, dass Helmut Kohl seine Maike am 8. Mai 2008 geheiratet hat, gestolpert. Heuer schien es ein wichtiges Thema zu sein, wie es bei Altkanzler Schröder und seiner Ex-Frau Doris Schröder-Köpf mit den Nachnamen weiter geht. Berichterstattung zum Kriegsende? Fehlanzeige! Ist es uns inzwischen wirklich egal, ob wir wieder in Kriege verwickelt werden? Wäre es nicht besser, sich zu bemühen, sich mit den Nachbarn friedlich zu verständigen? Angesichts der aktuellen weltpolitischen als auch innenpolitischen Zustände, ist es meines Erachtens vor allem der Schlussteil der Rede Richard von Weizsäckers vom 8. April 1985 wert, in Erinnerung gerufen zu werden: „Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben. Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit. Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.“
Wenn ich mir die aktuellen Brandherde auf der Welt und die „Löschversuche“ anschaue, frage ich mich schon, ob sich da nur Wasser in den Schläuchen befindet, oder vielleicht nicht doch Benzin.
Josef Graml
Aschau am Inn