Energiewende:E-Mobilität kein Allheilmittel

von Redaktion

Zur Berichterstattung über das Thema „Energiewende“ (Politik-, Wirtschafts- und Bayernteil):

Lesenswert ist die Stellungnahme Heidelberger Professoren mit dem Titel „Energiewende: Fakten, Missverständnisse, Lösungen“, in der diese sich kompetent, klar, sachlich und unideologisch zu den Themen äußern – aber auch sehr mutig, denn sie folgen nicht dem politischen Mainstream.

Die Energiewende soll den fortschreitenden Klimawandel aufhalten und den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2030 gegenüber heute um gut 40 Prozent und bis 2050 um bis zu 95 Prozent verringern. Anhand von Fakten haben Physiker der Uni Heidelberg die Irrealität dieses Unterfangens aufgezeigt. In ihren leicht verständlichen Ausführungen erläutern sie, warum trotz größter Anstrengungen in den letzten zehn Jahren der CO2-Ausstoß nicht zurückging.

Der Anteil der nicht-fossilen Energieträger (Sonnen-, Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Kernkraft – entfällt ab 2022) an der Gesamtenergie liegt zusammen bei circa 20 Prozent und hat sich praktisch nicht verändert. Hier weisen die Heidelberger Physiker auf verschiedene Missverständnisse hin. So wird meist die installierte Leistung von Sonnen- und Windkraftanlagen angegeben statt der tatsächlich produzierten nutzbaren Leistung, die im ganzjährigen Betrieb bei einer Windkraftanlage nur ein Viertel, bei einer Fotovoltaikanlage ein Achtel der installierten Leistung beträgt.

Grund: die starken Tag-Nacht-Schwankungen von Wind und Sonne. Selbst wenn alle Haushalte in Deutschland ihren Strom aus erneuerbaren Quellen bezögen, so wären erst sechs Prozent des 95-prozentigen Ziels zur Klimagasvermeidung bis 2050 geschafft. Dazu müsste man alle 2,5 Kilometer ein Windrad sowie Solarzellen über eine Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern aufstellen.

Peter Krell

Rattenkirchen

Klimawandel in aller Munde. Herr Anastasiadis bringt es mit seinem Kommentar auf den Punkt. Besser kann man den Irrsinn, der gerade stattfindet, nicht beschreiben. Klimawandel hängt ja ursächlich auch mit Energiewende zusammen. Ich gehöre einer Generation an, die vor über einem halben Jahrhundert Ähnliches schon einmal erlebte. Damals begann der Automobil-Boom. Der Kraftstoffverbrauch stieg gewaltig an. Die Befürchtung: Die Rohölbestände reichen vielleicht noch für gerade einmal 30 Jahre.

Der Aufbau der erforderlichen Kraftwerkskapazitäten schritt schnell voran. Damit war ein enormer Anstieg des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen verbunden. Mit Schrecken stellte man fest, die Steinkohle im Ruhrgebiet, die Braunkohle im Aachener Revier reicht, wenn es gut geht, noch für 30 bis 50 Jahre. Was dann? Da hatte man in den 50er-Jahren eine grandiose Idee: Atomkraft sei doch auch friedlich nutzbar. Man hätte endlich eine Energieform für die nächsten 1000 Jahre. Also begann weltweit der Bau von Atomkraftwerken. Alle meinten, jetzt habe man endlich das heikle Thema Energieversorgung für alle Zeiten vom Tisch.

Und nun stehen wir wieder vor einer totalen Energiewende. Jetzt soll die E-Mobilität, die Stromerzeugung durch Windkraft und Fotovoltaik die Klimaneutralität sicherstellen. Für den Bau von Autobatterien werden hochgiftige Rohstoffe benötigt, die in Südamerika und Afrika durch rücksichtslosen Abbau und schlimmsten Umweltzerstörungen gewonnen werden.

Aufgrund meines Alters könnte mir die Leichtfertigkeit und Rigorosität, wie man jetzt den Energie- beziehungsweise Klimawandel angeht, eigentlich egal sein. Aber ich habe Enkelkinder, die vielleicht einmal falsche Entscheidungen von heute ausbaden müssen.

Manfred Diezinger

Grassau

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