Zum Artikel „Bauern sollen bauen“ (Titelseite):
Es ist fast ein Verrat, was die CDU mit den Bauern und der Natur vorhat. Die meisten Bauern bemühen sich, das Land und die Natur zu erhalten und zu verbessern, trotz oft sehr schwierigen und abwegigen Verordnungen von „fragwürdigen Fachleuten“. Viele Bauern fragen sich leider sowieso, ob sie weitermachen wollen oder können. Und nun der Vorschlag von Frau Zeulner, die Landwirte zum steuerfreien Verkauf von Flächen zum Wohnungsbau zu motivieren und unter Druck zu setzen mit der Drohung, wörtlich: „Nicht handeln geht nicht, es dient dem Gemeinwohl“, sagt Zeulner. Auch das noch: Bundesbauminister Horst Seehofer hat für einen solchen Plan Sympathie geäußert!? Die Regierung hat versagt beim Wohnungsbau. Jetzt will die CSU die Bauern zum Landverkauf missbrauchen. Hat die Bundestagsabgeordnete Zeulner noch nichts vom „Flächenfraß“ gehört? Soll sie doch erst die überdimensionalen „Autolagerplätze“ für nicht verkaufte „Betrugsautos“, überdimensionale Supermarkt-Parkplätze, leer stehende Sport- und andere Hallen und so weiter als Bauland zurückgewinnen und nicht den Landwirten scheinheilige Angebote für mehr „wetterunabhängige Nebeneinnahmen“ versprechen. Es gehe ihr nur darum, schnell Bauland zu gewinnen, sagt Zeulner. Das Gegenteil ist wichtig. Was ist ein Bauer ohne Land und was ist ein Land ohne Bauern? Ackerboden wächst nicht nach. Es muss finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft geben, dafür keine Unterstützung für Massentierhaltung, für Billigfleisch und Fleischexporte zur Gewinnsteigerung der Großkonzerne auf Kosten der bedauernswerten Tiere. Leider hat der Tierschutz nichts zu sagen. Dafür sind wir sträflich führend in der Nitratbelastung, weil die Massentierhaltung auch Massendünger produziert.
Ursula Jahnel
Feldkirchen-Westerham