In Klausur gehen und Kompromiss suchen

von Redaktion

Zur Berichterstattung über das Thema „Grundrente“ (Politikteil):

Kein Zweifel, der Vorschlag, über eine Grundrente „nachzudenken“ ist lobenswert. Schon deshalb, weil sowohl SPD als auch die Union diesmal einer Meinung sind. Selbst wenn der „Spiegel“ in seiner Ausgabe fabuliert, „Gerechtigkeitslücke“ und „Altersarmut“ seien Märchen. Wer allerdings in den eher konservativen Bertelsmann-Studien nachliest, wird fragen dürfen: „Spieglein. Spieglein an der Wand, wer verbreitet die schönsten Fake News im Land?“ Sicher, die gern kolportierte Vorstellung, dass die „Millionärsgattin“ schnell einmal für ein, zwei Jahre einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sei und sich dadurch einen Rentenanspruch erworben habe, ist natürlich destruktiv und widerspricht dem „sozialen Gedanken einer Grundrente“. Aber schon die Vorstellung hinsichtlich einer solchen „Millionärsgattin“ dürfte ziemlich realitätsfremd sein. Die Befürworter einer adäquaten Grundrente – mit oder ohne Bedürftigkeitsprüfung – sollten in Klausur gehen und nach vernünftigen Kompromisslösungen suchen, die nichts mit „Hosen runterlassen“ für Betroffene zu tun haben. Apropos: Was wurde Genaueres betreffs Grundrente im Koalitionsvertrag vereinbart ?

Jürgen Engelhardt

Stephanskirchen

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