Zum Artikel „Grünes Licht für den Ausbau der A8“ (Bayern- und Regionalteil):
Die Pläne des A8-Ausbaus sind vom Rechnungsprüfungsausschuss genehmigt worden. Dies sei nach den Worten lokaler CSU-Abgeordneter eine Entscheidung „im Sinne der Menschen in der Region“. Allerdings haben diese Menschen die Nachteile eines Ausbaus zu tragen: jahrelange Bauarbeiten, eine massive Umgestaltung der Landschaft, mehr Lärm durch schnelleres Fahren, noch mehr Lkw-Verkehr, noch mehr Abgase. Der Versuch, zunehmenden Verkehr mit mehr Straßen zu bekämpfen, folgt einem Muster, das in den letzten Jahrzehnten nicht funktioniert hat. Alternativen wie Verlagerung auf die Schiene wären eine Lösung, müssten aber konsequent umgesetzt werden, nicht lustlos wie beim Brennerausbau. Dies hat auch die Bevölkerung mittlerweile verstanden. Wer sich nicht auf die geänderte Stimmung im Land einstellen kann, wird weiter Wähler und Glaubwürdigkeit verlieren. Das Volksbegehren Artenvielfalt hat dies bereits gezeigt.
Frank Weiß
Feldwies
Da sieht man’s wieder: Die Autolobby hat in Deutschland einen starken Einfluss – und Maßnahmen für den Autoverkehr sind immer noch populär. Gegen alle Vernunft wird jetzt noch kräftig in Infrastruktur für eine Technologie investiert, die ihre Zukunft schon hinter sich hat. Dabei sollten eigentlich alle wissen, dass wir eine Verkehrswende brauchen. Und das hieße in diesem konkreten Fall, die A8 maßvoll um eine Standspur zu verbreitern, und das gesparte Geld in Alternativen zu investieren. Wir alle wissen, dass der Staat die Bahn-Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten hat verkommen lassen, und dass momentan händeringend nach Mitteln gesucht wird, um die gröbsten Versäumnisse auszubügeln. Zum Beispiel hängt der geforderte Bahnhalt in Stephanskirchen daran, dass es aktuell nicht gelingt, die benötigten zwei Minuten für einen Halt auf der Strecke durch Tempo wieder reinzufahren. Wäre die Schiene eine Straße, so hätte man vermutlich schon in den 80-er Jahren die kurvenreiche Bahnstrecke zwischen Traunstein und Freilassing begradigt, um dort mehr als Tempo 80 fahren zu können. All das ist unterblieben, und man hat das Geld lieber in Straßenbau gesteckt. Die Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Landshut hätte man modernisiert und elektrifiziert; aber stattdessen wurde eine B15neu geplant. Jetzt ist es an der Zeit, für eine Umkehrung zu sorgen, die knappen Gelder lieber in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu stecken und dafür zu sorgen, dass die Bürger in Zukunft attraktive Alternativen zum Individualverkehr bekommen. Das wäre in meinen Augen zukunftsorientierte, menschen- und klimafreundliche Politik.
Dr. Willi Messing
Bad Aibling