Zum Leserbrief von Gerald Strickner „Der Lauf der Geschichte“:
Offenbar fehlen Herr Strickner hier Kenntnisse über den aktuellen Wissensstand in der Klimaforschung. Der Klimawandel existiert und ist zu hundert Prozent vom Menschen verursacht. Dies ist ohne jeden Zweifel wissenschaftlich belegt.
Strickners Aussage, dass der CO2-Gehalt in der Vergangenheit weit über dem heutigen Wert lag und dass damals die Erde nicht an einem „Hitzetod“ gestorben ist, ist richtig. Zu dieser Zeit war die Erde jedoch komplett anderen Bedingungen ausgesetzt, was einen Vergleich zum derzeitigen Klima nicht zulässt. Weiterhin sagt Herr Strickner, dass ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um zwei Grad Celsius doch keinen so großen Unterschied machen werde. Ein Anstieg der globalen Temperatur um zwei Grad hätte verheerende Folgen, wie den Anstieg des Meeresspiegels, Klimaflüchtlinge, Ernteausfälle und noch vieles mehr. Des Weiteren ist die Strickners Annahme, dass mehr CO2 in der Luft zu einem erhöhten Pflanzenwachstum führt falsch. Durch den anthropogenen Klimawandel, welcher maßgeblich von einer zu hohen CO2-Konzentration beeinflusst wird, sind bis zu einer Million Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht.
Zusammenfassend muss nochmals ausdrücklich betont werden, dass der menschengemachte Klimawandel eindeutig und zweifelsfrei belegt ist. Durch die Erwärmung würde der Meeresspiegel weiterhin steigen und würde großflächige Küstenregionen sowie eine Vielzahl von Inseln unbewohnbar machen. Zudem würde der Temperaturanstieg zur Verschlechterung der Lebensbedingungen in vielen Dritte-Welt-Ländern beitragen. Dies hätte zur Folge, dass etwa 250 Millionen Menschen auf der Flucht wären, da ihrer Heimat überflutet wurde oder unerträgliche Bedingungen wie Trinkwasserknappheit, Degradation der Böden usw. vorherrschen.
Michael Winkler
Soyen
Es ist erstaunlich, dass es immer noch Leute gibt, die den anthropogenen Klimawandel leugnen. Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass der Klimawandel von uns Menschen verstärkt wird und eine massive Bedrohung für unsere Zukunft bedeutet. Natürlich ist das Ganze ein komplexes Thema und es ist schwer, vorauszusagen, was genau passieren wird. Aber es deswegen einfach zu verleugnen ist gefährlich. Natürlich gab es in der Erdgeschichte schon wärmere Zeiten mit höherem CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Aber damals lebte keine Milliarde Menschen in gefährdeten Küstenregionen. Und dass etwas passiert, davon kann man sich auch in unseren Breiten überzeugen.
Man braucht sich nur mal die Eschen anzuschauen: Durch einen minimalen Temperaturanstieg konnte sich ein Pilz bei uns ausbreiten, der in den kommenden Jahren etwa 90 Prozent der Eschen absterben lassen wird. Wer weiß, was noch alles kommt.
Zum Leserbrief des Herrn Gerald Strickner: Man muss sich schon wundern, welche (Schein-)Argumente gegen den Klimawandel herangezogen werden. Leider hat Herr Stricker versäumt, darauf hinzuweisen, dass in der Zeit vor ungefähr 600 Millionen Jahren sich das mehrzellige Leben gerade mal entwickelt hat. Komplexeres Leben wie heutige Tiere oder Pflanzen gab es damals nicht.
Außerdem geht es nicht um den „Hitzetod der Erde“, sondern um die Probleme, die mit dem Klimawandel für eben die heutigen Lebensformen einhergehen, und da gibt der Vergleich mit dem Präkambrium oder auch dem Kambrium so gut wie garnichts her. Der Hitzetod der Erde findet nach den derzeitigen Erkenntnissen in ein paar Milliarden Jahren statt und spielt für die heutige Diskussion damit erkennbar keine Rolle.
Michael Bernpaintner
Bruckmühl
Vor 600 Millionen Jahren war das CO2 tatsächlich so hoch wie von Herrn Strickner beschrieben. Wie sah die Erde damals aus? Gab es damals schon die Kohle und das Öl, das letztendlich das CO2 gebunden hat? Nein! Der Urkontinent befand sich auf Höhe des Äquators und die Erde befand sich in einer extremen Warmzeit, aus der vor 400 bis 275 Millionen Jahren das Erdzeitalter Carbon wurde. Europa lag noch immer auf Höhe des Äquators. Feuchtheißes Klima, ausgedehnte Sümpfe, Bäume mit über 100 Metern Höhe und Farn so groß wie heutige Bäume wuchsen in einer schwefelgesättigten heißen Atmosphäre. Ist das das Klima, das sich Herr Strickner für uns wünscht? Dieses Klima war die Geburtsstunde unserer Steinkohle. Die Vegetation kennen wir aus Versteinerungen in der Kohle, die letztendlich den Großteil des CO2 gebunden hat. Vor 600 Millionen Jahren gab es aber auch noch kein Erdöl auf der Erde. Dieses wurde in der Hauptsache in der Zeit vor etwa 400 bis 100 Millionen Jahren vor unserer Zeit aus biomassereichen Sedimenten in flachen Meeren aus Plankton und Algen gebildet und hat dadurch wieder erhebliche Mengen an CO2 gebunden. Wer bitte kann so naiv sein zu glauben, dass die Freisetzung dieser gebundenen Mengen CO2 keinen Einfluss auf das Erdklima hat? Zu den anderen Visionen kann man nur auf die negativen Auswirkungen in anderen Bereichen hinweisen. Kein Großprojekt ist ohne negative Folgen.
Zum Nachdenken: Die Erde zu einem anderen Planeten: „Ich habe Homo Sapiens“. Antwort: „Hatte ich auch mal, das vergeht“. Also, die Erde wird überleben, ob mit oder ohne uns.
Fidelis Dachs
Edling