Zum Artikel „Konsequent auf Sonnenschutz achten“ (Regionalteil):
In zunehmendem Maße wird in der Presse vor der Sonne gewarnt, da dadurch Hautkrebs entstehen soll. Es ist allgemein bekannt, dass es auf die Dosis ankommt, ob ein Pharmakon nützlich oder schädlich ist. Dies gilt für chemische Stoffe in Arzneien und Pflanzen genauso wie für physikalische Reize. Wir kennen die Heilwirkung von kaltem Wasser in der Hydrotherapie bei sachgemäßer Anwendung und die tödliche Wirkung von Kälte bei langandauernder Einwirkung oder tiefen Temperaturen. Dies gibt aber keine Berechtigung, vor Kälte grundsätzlich zu warnen. Dasselbe gilt für die Anwendung von Wärme und Hitze im täglichen Leben und im therapeutischen Bereich. So ist selbstverständlich auch bei der Sonne Nutzen oder Schaden von der Dosierung abhängig. Die ständige Warnung in der Presse vor der Sonne, die Hautkrebs hervorrufen soll, beruht zum Teil auch darauf, dass es durch die künstlichen Solarien möglich ist, sich in einem höheren Maße ultravioletten Strahlen auszusetzen, als es die Sonne allgemein gestattet.
Wenn heute mehr Menschen an Hautkrebs erkranken als früher, so ist dies lediglich eine Parallele dazu, dass Menschen heute überhaupt mehr Krebs bekommen als früher und die Zunahme von Hautkrebs und Krebs anderer Organe dieselben Ursachen haben. Sonnenbäder sind wichtig für die Entstehung von Vitamin D. Der störungsfreie Ablauf im Calciumstoffwechsel ist an das Vorhandensein von Vitamin D gebunden. Durch richtig dosierte Sonnenbäder wird die Vitamin-D-Bildung gefördert und Calcium in die Knochen eingelagert. Während der Dauer des Sonnenbades, je nach Empfindlichkeit nicht höher als zehn Minuten, soll kein chemischer Sonnenschutz aufgetragen werden.
Gudrun Baumann-Sturm
Raubling