Mit zweierlei Maß

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Brenner-Nordzulauf (Bayern-, Regional- und Lokalteil):

Eine zweigleisige Bahntrasse unterscheidet sich von einer zweispurigen Bundes- oder Landstraße vor allem darin, dass sich auf ihr viel größere Mengen an Personen und Gütern transportieren lassen. Und dass sich der Transport auf ihr leichter auf erneuerbare Energien umstellen lässt und zudem überhaupt weniger Energie pro Einheit verbraucht.

Worin sich Landstraße und Bahntrasse hingegen praktisch nicht unterscheiden, sind Breite, Flächenverbrauch und Eingriff in die Landschaft. Daher kann ich nicht verstehen, warum eine neue zweigleisige Bahntrasse als etwas so Unzumutbares dargestellt wird (nicht nur im Inntal), während zweispurige Straßen ständig neu gebaut und häufig fast ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert werden. Auch der Widerstand gegen den unseligen A8-Ausbau ist im Vergleich zum Brenner-Nordzulauf verschwindend gering (obwohl ausgerechnet bei der Autobahn ein veraltetes, ineffizientes Verkehrskonzept zementiert und die Landschaft wirklich verschandelt wird). Warum wird also zulasten der Bahn derart mit zweierlei Maß gemessen? Und das nicht einmal nur von der „großen Politik“.

Ferdinand Hinke

Bernau

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