Ein Profiteur dieses Systems

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Youtuber „Rezo“ (Weltspiegel):

Rezo – wer ist das? Wie heißt er wirklich? Hat er Familie und Kinder? Welche Ausbildung hat er? Womit verdient er seinen Lebensunterhalt, wie hoch ist sein Einkommen? Das wären die ersten Fragen, die ich ihm stellen würde. Beantwortet er diese Fragen, würde man wohl feststellen, dass er finanziell in einer anderen Liga spielt als die Politiker, die er so hart kritisiert. Er ist ein Profiteur dieses Systems. Durch seine Generalabrechnung mit der CDU/CSU hat er aktiv versucht, den Wahlausgang zu beeinflussen. Er hat alles „Schlechte“ der letzten zehn Jahre Regierungsarbeit aufgezählt, „Gutes“ gab es nicht? Seine Ausführungen waren vorab von Profis rechtlich geprüft und einwandfrei, ihm kann nichts passieren. Er hat jetzt dadurch etwa acht bis zehn Millionen „Follower“ – wenn die Bundeskanzlerwahl eine Direktwahl per Internet wäre, würde er wohl das Rennen machen.

Die Frage ist: Welche Gesprächs- und Informationskultur haben wir inzwischen in Deutschland? In sogenannten „sozialen Medien“ kann anonym alles gesagt und veröffentlicht werden. Der ermordete Regierungspräsident Walter Lübcke wird noch am Tag seiner Ermordung im Internet mit Spott und Häme überschüttet, weil er sich vor Jahren einmal für Asylbewerber eingesetzt hat. Das ist nicht sozial, sondern brutal. Sogar Kinder können auf ihren Handys alle möglichen Beiträge abrufen – Gewalt, Pornografie, Diffamierung oder Mobbing. Sie werden damit nicht fertig und erleiden zum Teil irreparable seelische Schäden. Das geschriebene oder gesprochene Wort fängt keiner mehr ein – es kann jeden treffen!

Wenn jemand etwas veröffentlichen will, muss er auch seinen Namen darunter setzen – dafür hat unser Rechtsstaat zu sorgen. Das digitale Netzwerk muss entsprechende Filter und Rückverfolgung der Meldungen ermöglichen, sonst ist es abzulehnen!

Max Hudlberger

Rechtmehring

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