Krim-Annexion: Schröder-Aussage sorgt für Wirbel

von Redaktion

Zum Artikel „Schröder stützt Krim-Annexion“ (Titelseite) und zum Kommentar von Georg Anastasiadis „Ganz tief gesunken“:

Herr Anastasiadis, Gerhard Schröder ist leider einer der wenigen Vernünftigen unter der Politikerkaste in Deutschland und Europa. Er hat mit seiner Feststellung „altes russisches Territorium“ durchaus recht, denn die Krim war vor dem „Schenkungsakt“ Chruschtschows 1954 russisches Gebiet – lesen Sie doch mal Tschechows Novelle „Die Dame mit dem Hündchen“. Gefällt Ihnen, Herr Anastasiadis, etwa der bislang nur von korrupten Politikern – allen voran Poroschenko – gelenkte Staat so gut? Der von den USA initiierte Russland-Hass hat leider auch die meisten Hirne westeuropäischer Politiker vernebelt, allen voran unserem bayerischen Manfred Weber, der nun, sollte er denn Nachfolger Junckers werden, sogar die Nordstream-Gaspipeline kippen möchte. Russland ist kein kommunistischer Staat mehr, auch wenn es kein wirklich demokratischer Staat geworden ist. Es ist aber mit Sicherheit weniger absolutistisch als die arabischen Regimes, mit denen die europäischen Staaten und die USA hochwillkommene Geschäftsbeziehungen pflegen. Irgendwie scheint aber in Deutschland fatalerweise auch noch die Vorstellung vom „russischen Untermenschen“ nachzuklingen. Nicht Schröder ist „ganz tief gesunken“, sondern das intellektuelle Niveau der tonangebenden Politiker und vor allem der sie hofierenden Journalisten.

Dr. Fritz Anetsberger

Landshut

„Ganz tief gesunken“ – so betitelte Herr Anastasiadis seinen Kommentar bezüglich des ehemaligen Kanzlers Schröder und dessen Äußerungen zur Annexion der Krim durch Russland. Mit Begriffen wie „Verrat“ und anderen Verdächtigungen sollte vorsichtiger umgegangen werden. Dem Herrn ist anscheinend entgangen, dass in dieser Hinsicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Die USA waren schon immer zu jeder völkerrechtswidrigen Gemeinheit bereit, um ihre Ziele zu erreichen. Korea, Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Venezuela – die Liste ließe sich beliebig verlängern. Momentan ist ja der Iran im Visier der amerikanischen Geheimdienste, es ist nicht auszuschließen, dass die Aktionen in der Straße von Hormuz auf deren Tätigkeiten zurückzuführen sind. Sanktionen gegen Russland wegen der Annexion der Krim? Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen. Wen regt schon die Besetzung der Golanhöhen und palästinensischer Gebiete und dem Landraub mit immer neuen Siedlungsgebieten durch Israel auf ? (Gerade) für uns Deutsche ist Kritik daran sakrosankt. Unseren Volksvertretern bleibt nichts anderes übrig, als mit den Wölfen zu heulen, um nicht Opfer der rüden Erpressungspolitik des Herrn Trump zu werden.

Alfred Kronthaler

Bruckmühl

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