Zu den Berichten über die Seenotrettung (Titelseite und Politikteil) sowie zum Artikel „Sea-Watch: Seehofer kontert Kritik“ (Politikteil) und zum Kommentar von Georg Anastasiadis „Rackete: Alle Migranten aus Libyen holen – der Plan der Kapitänin“:
Bevor man die humanitäre Hilfe der NGO-Seenotrettung kritisiert, muss man die unfähige, den angeblich christlichen und ethischen Werten verpflichtete, EU anklagen. Sie ist unfähig eine eigene Seenotrettung aufzubauen und die Außengrenzsicherung im Mittelmeer zu gewährleisten! Seenotrettung kriminalisieren, wie es die italienische Regierung tut und wie die „Werte“-EU es zulässt, ist Kapitulation vor der eigenen Unfähigkeit, hier etwas ernsthaft ändern zu wollen! Von EU-Politikern hört man nur: Man müsste, man sollte, man könnte, aber Resultate sieht man nicht. In den Ländern Nord- und Westafrikas eine, wenn auch erst einmal bescheidene, Wirtschaft aufzubauen, dauert Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Also muss man jetzt sofort damit anfangen. Auch muss man jetzt und sofort in diesen Ländern damit beginnen, Asyl-Zentren einzurichten. Die viel zitierte „Werteunion“ der EU ist nicht das Papier wert, wenn nicht die oben genannten Probleme angegangen werden. Der EU-Kommissar für Migration, Avramopoulos, hat mit seinen „Forderungen“ Flüchtlinge gerecht zu verteilen und Häfen außerhalb des Mittelmeers anzulaufen, nichts erreicht – ist also das Geld, das er bekommt, nicht wert. Damit steht er aber nicht alleine. Während der Flüchtlingskrise 2015 war nichts von ihm zu hören. Zu glauben, dass die „neue“ EU-Kommission hier etwas ändern kann, ist Utopie. Auch die christlichen Kirchen müssen sich stärker einbringen und tätig werden, bei den Staats- und Regierungschefs Druck machen. Beten allein hilft keinem Flüchtling.
Holger Mairoll
Kolbermoor
Sea-Watch-Kapitänin Rackete fordert: „Europa soll alle Migranten aus libyschen Lagern aufnehmen“ und behauptet, dass Deutschland eine historische Verantwortung an den Umständen in Afrika aus der Kolonialzeit habe. Aber: Die Umstände in Afrika sind nicht auf die Kolonialzeit zurückzuführen, sondern auf das ungebremste Bevölkerungswachstum in Afrika. Die Bevölkerung von Kenia zum Beispiel hat sich in den 50 Jahren (seit meiner dortigen Tätigkeit als Entwicklungshelfer) von acht Millionen auf 48 Millionen versechsfacht. Wenn Frau Rackete an ihre Mitbürger Forderungen stellt, fordere ich sie auf, zu heiraten, drei Kinder zur Welt zu bringen und großzuziehen und als Gutmensch zur multikulturellen Bereicherung zusätzlich fünf bis sieben Migranten in ihre Familie aufzunehmen, denn so viele Kinder bringen die dortigen Frauen zur Welt. Andernfalls handelt Rackete scheinheilig nach dem Motto: „Verschon‘ mein Haus, zünd‘ andre an!“
Darüber hinaus könnte sie einen nennenswerten Teil ihres Einkommens für die Entwicklung der Herkunftsländer spenden, so wie ich 1967/68 als Chemie-Ingenieur auf ein gutes Gehalt eines bereits vom potenziellen Arbeitgeber unterzeichneten Arbeitsvertrages verzichtete, um für ein „Taschengeld“ als freiwilliger Entwicklungshelfer in Kenia Laboranten auszubilden.
Die einzige, langfristig wirksame Hilfe zur Bewältigung der Flüchtlingskrise ist die rigorose Begrenzung des Bevölkerungswachstums in den Herkunftsländern, zum Beispiel durch Entwicklungshilfe finanzierte Anreize. Eventuell für ein bis drei Kinder steigendes Kindergeld pro Kind und ab dem vierten Kind Reduzierung des bisher insgesamt bezahlten Kindergeldes.
Hans Kürner
Rosenheim
Zum Vorwurf der Grünen und Linken, Deutschland betreibe eine inhumane Flüchtlingspolitik, äußerte sich Innenminister Seehofer in einem Interview etwas verklausuliert wie folgt: „Insgesamt kommen jeden Tag die Menschen von umgerechnet zehn Schiffen nach Deutschland“ und er bestätigt hiermit, dass Deutschland pro Tag die Insassen von zehn Flüchtlingsschiffen aufnimmt. Und weiter: „Wir nehmen übrigens von jedem Schiff der Seenotrettung, das in Italien ankommt, Menschen auf.“ Seit Anfang 2019 sind tagtäglich durchschnittlich 422 Erstanträge auf Asyl gestellt worden. Und das alles ohne den längst angelaufenen Familiennachzug.
Das bedeutet, derzeit müssen die deutschen Steuer- und Beitragszahler pro Jahr etwa die Einwohner einer Großstadt, in der Größe von Kassel oder Erfurt, mit Wohnraum, medizinischer Versorgung, Kleidung, Nahrung und Taschengeld versorgen. Nicht zu vergessen: Hinzu kommen noch weitere Menschen im Familiennachzug-Programm, sodass wir auf einen jährlichen Zuzug von 540000 Menschen pro Jahr kommen, Tendenz leider nicht sinkend.
Karin Stöttner-Lüdtke
Bad Aibling