Zum Artikel „Friedliche Demo gegen ,rechte Hetze‘“ (Regionalteil):
Man muss ja nicht derselben Meinung sein wie der Redner dort am Mikrofon. Was mir – als zufällig vorbeikommendem Besucher – dort unangenehm aufgefallen ist, möchte ich nachfolgend darlegen: Die Kundgebung wurde von einem organisierten Trillerpfeifen-Kommando die ganze Zeit gestört. Leute, merkt Euch: Mit Trillerpfeifen kann man zwar einen Redner niederpfeifen, aber es rechtfertigt keinesfalls die Meinungsherrschaft über Menschen, die anders denken. In der BRD gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht mit Dauergetröte niederzupfeifen, halte ich für einen zutiefst undemokratischen Akt – denn auch unbequeme Meinungen, wie hier öffentlich geäußert, sollte ein Demokrat ertragen können. Ob sie einem passt oder nicht.
Der Vorwurf „Rassismus“ wurde mir bei kritischer Befragung trillerpfeifender Menschen sofort entgegengebracht – für mich eine Beleidigung, denn ich habe mich schon seit über 40 Jahren immer wieder für Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe eingesetzt. Hier fehlt es eindeutig an der gebotenen Differenzierung! Leute, die mit laut dröhnenden Trillerpfeifen, Hupen und Tröten einen Redner auf einer angemeldeten Kundgebung ununterbrochen am Sprechen stören wollen, verhalten sich äußerst undemokratisch. Ein solches gemeinschaftliches Verhalten ist zutiefst faschistoid!
Meinungsfreiheit ist in einer pluralistischen Gesellschaft ein wertvolles Gut! Man kann und soll ja seine gegenteilige Meinung kundtun. Mit Buhrufen, mit Missfallensbekundungen, mit Zwischenrufen, mit Transparenten, mit Stickern, mit Fahnen. Am besten: mit Argumenten. Aber: Ein Dauergetröte mit Trillerpfeifen ist eines demokratischen Diskurses nicht würdig!
Fritz Schott
Rosenheim