Verfehlte Schulpolitik: Steuergelder werden verschwendet

von Redaktion

Zum Artikel „Lehrerverband warnt vor verschärftem Lehrermangel“ (Politikteil):

Wenn seit Jahren die Bildungspolitik primär von der mächtigen Gymnasiallobby bestimmt wird und der jetzige Lehrerpräsident wie sein Vorgänger aus diesem Bereich kommt, muss man sich nicht wundern, dass es für Gymnasien zuviele und für Grund- und Mittelschulen zu wenig Lehrkräfte gibt. Statt in diesen Bereich zu investieren, leistete man sich eine teure Rückkehr zu neunjährigen Gymnasien. Der Run auf Gymnasien wird mit der Rückkehr zum G9 zunehmen und nicht unerhebliche Kosten verursachen, die besser im Grund- und Vorschulbereich investiert wären. Hier müssen Lehrkräfte wegen zunehmender Migrationsprobleme nicht selten mehr leisten als Fachlehrer im Real- und Gymnasialbereich. So ist es auch kein Wunder, wenn es hier sogar zu wenig Bewerber für Rektorenstellen gibt. Da man in gymnasialen Bereichen mit weniger Pflichtstunden und mit mehr Aufstiegschancen auch noch viel besser bezahlt wird als im Grund- und Mittelschulbereich, werden sich junge Leute bei gleichen Studienzeiten weiterhin zunehmend für gymnasiale Lehrämter oder für Realschulen entscheiden. Offensichtlich hat sich ein fragwürdiges Gejammere um die gymnasialen Luxusprobleme gelohnt, die jetzt auch Raum geben für Klimademonstrationen an Freitagen.

Angesichts einer zunehmenden Migration und des Fachkräftemangels sollten Politiker einen Run auf Gymnasien nicht noch zusätzlich unterstützen und sich die Frage stellen, wofür wir als inzwischen kinderarmes Land immer noch unnötige Gelder in diese privilegierte Schulart stecken. Ärgerlich, wenn so Steuergelder verschwendet werden, die im Grund- und Vorschulbereich fehlen, wo offensichtlich tatsächliche Notstände bestehen.

Simon Kirschner

Bad Endorf

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