Zu den Leserbriefen und Berichten über Fleischimporte der EU aus Amerika und höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch (Politikteil):
Politische Geisterfahrer auf Freihandelsspur – weil Deutsche und EU-Politiker höhere Rindfleischimporte aus Nord- und Südamerika zulassen, ist das hochgradig verantwortungslos. Gründe: 1. Kann in der EU genug Fleisch hochwertig und umweltfreundlich, auch ohne Übersee-Soja, produziert werden, wenn Preise kostendeckend sind. 2. Billigst-Importe zerstören den EU-Fleischpreis, sodass hier und dort nur die billigste Produktion, statt der besten, den Freihandel überlebt. 3. Fleisch aus diesen Ländern wird überwiegend genverändert, ein Futter von Glyphosat-Feldern und mit künstlichen Hormonen, erzeugt. 4. Für Produktionsflächen wird Regenwald vernichtet. 5. Umwelt-, Tierschutz- und Sozialstandards sind dort kein Thema. Fazit: So wird bäuerliche Landwirtschaft durch industrielle verdrängt. Der Blödsinn, um den Konsum von extrem billigen Fleisch zu drosseln, ist darauf die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Diesen Umsatzsteuerbetrag können Vermarkter beim Vieheinkauf vom Kilopreis der Bauern abziehen, um diesen an den Fiskus zu zahlen. Folge: Höfesterben und negative Umweltbilanz, wegen Industrialisierung und Internationalisierung der „Fleischkette“ mit großem Transportaufwand. Politik mit Verstand und Verantwortung geht anders. „Radikale“, wie Präsident Bolsonaro (Brasilien) und Trump (USA), dürfen nicht mit Freihandel von rund circa 150000 Tonnen im Jahr Rindfleisch in den gesättigten EU-Markt belohnt, sondern sollten sanktioniert werden. Stattdessen wird alles den Im-/Export-Konzerninteressen geopfert. „Arme EU“, ob das etwa mit den Spenden an die Politik zusammenhängt?
Sebastian Sommer senior
Reichertsheim